Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen 50-Millionen-Euro Neubau für Sonnensymtemforschung in Göttingen
Campus Göttingen 50-Millionen-Euro Neubau für Sonnensymtemforschung in Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:43 07.08.2013
Herausragender Überbau: Baustelle für das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung auf dem Nordcampus. Quelle: pid
Anzeige
Göttingen

Aus Platzgründen hatten sie diese Instrumente in Schweden zusammenbauen müssen. Demnächst können sie diese Arbeiten in ihrem eigenen Institut erledigen: Im kommenden Jahr ziehen die Weltraumforscher in ein neues Gebäude um, das auf dem Nordcampus gebaut wird. Der 50 Millionen Euro teure Neubau ist auf die speziellen Anforderungen der Weltraumforscher zugeschnitten.

Das neue Institutsgebäude besteht aus einem zweigeschossigen Sockelbau, der einen zentralen Innenhof einschließt und die wissenschaftliche und technische Infrastruktur beherbergen wird. Auf der Westseite ist darauf ein dreigeschossiger gläserner Bürokomplex gesetzt, der weit über den Sockelbau hinausragt und so den Eindruck des Schwebens vermittelt.  Auf der östlichen Gebäudeseite gibt es viel Luft nach oben: Hier wurde eine neun Meter hohe Halle errichtet, die insbesondere für die Ballonmissionen genutzt werden soll. Hier können die Wissenschaftler künftig ihre Sonnenteleskope montieren und testen.

Anzeige

Anlage gehört weltweit zu leistungsfähigsten

Eine andere Spezialeinrichtung ist die Thermal-Vakuumkammer. Die Forscher  können dort testen, ob ihre Instrumente der Kälte und dem Vakuum des Weltraums standhalten. Verbunden mit der Kammer ist ein so genannter Coelostat. Dieses zwei Millionen Euro teure Instrument ist gewissermaßen ein „Sonnenfänger“. Es lenkt das einfallende Sonnenlicht über bewegliche Spiegel so um, dass es direkt in die Testanlage fällt. Auf diese Weise können die Forscher ihre Sonnenteleskope, die später einmal im Weltraum unser Zentralgestirn untersuchen sollen, mit natürlichem Sonnenlicht kalibrieren. „Die neue Anlage wird weltweit zu den leistungsfähigsten ihrer Art gehören“, sagt Institutssprecherin Dr. Birgit Krummheuer.

Bei der Bauplanung waren sehr spezielle Anforderungen zu berücksichtigen. So muss beispielsweise eines der Labore für die Mikrowellenforschung in genau der gleichen Richtung ausgerichtet werden, die es am bisherigen Institutsstandort in Lindau hat. Nur so können die Forscher die bisherigen Messungen weiterhin als Referenzwerte nutzen.

Kindertagesstätte, Bistro und Gästewohnungen

Um die hochempfindlichen Instrumente für Weltraummissionen konstruieren und testen zu können, dürfen diese keinerlei Störungen ausgesetzt sein.  „Fast alle empfindlichen Geräte stehen in Räumen mit schwingungsentkoppelten Platten“, erläutert Bauleiterin Margarete Steinfadt.
Neben den Spezialeinrichtungen für die Forschung beherbergt das neue Gebäude Labore , Büros und Werkstätten, mehrere Seminarräume, eine Bibliothek und einen Hörsaal. Daneben bietet es unter anderem eine Kindertagesstätte, ein Bistro und mehrere Gästewohnungen. Diese werden dann auch denjenigen Wissenschaftlern zur Verfügung stehen, die ihre Experimente über Nacht begleiten müssen. Bis Anfang nächsten Jahres soll der Neubau fertig sein, Ende März soll der Umzug abgeschlossen sein.

pid

Mehr zum Thema

Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Leitung von Forschern des Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung (MPS) und der Universität Göttingen hat zum ersten Mal zweifelsfrei die innere Rotation eines sonnenähnlichen Sterns gemessen und die Neigung seiner Rotationsachse bestimmt.

30.07.2013
Göttingen Ende der Mission mit fliegendem Sonnenobservatorium - Sunrise landet in Kanada

Fünf Tage hat der Flug des ballongetragenen  Sonnenobservatoriums „Sunrise“ von Schweden nach Kanada gedauert: Am Montag landete das Flugobjekt  um 14.41 Uhr (MESZ) im Norden Kanadas. Die Landestelle liegt auf der Halbinsel Boothia, der nördlichsten Halbinsel des kanadischen Festlandes, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung mit, das die Sunrise-Mission leitet.

Angela Brünjes 18.06.2013
Göttingen Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung - Ballon-Sonnenobservatorium Sunrise erfolgreich gestartet

Das ballongetragene Sonnenobservatorium Sunrise ist am Mittwoch erfolgreich von der Weltraumbasis Esrange in Nordschweden abgehoben. Das Sonnenobservatorium Sunrise, das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) entstanden ist, trägt das größte Sonnenteleskop an Bord, das jemals den Erdboden verlassen hat.

12.06.2013
Anzeige