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Göttingen Acht Studenten, eine Aufgabe: Firmen gründen
Campus Göttingen Acht Studenten, eine Aufgabe: Firmen gründen
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18:04 12.01.2011
Von Angela Brünjes
Firmengründung im Studium: Die Studenten Andreas Behrens, Bilal Taher, Jan-Eike Bednarek, Peter Zapke, Rasmus Voigts, Bastian Herrlich und Sebastian Meinecke (von links).
Firmengründung im Studium: Die Studenten Andreas Behrens, Bilal Taher, Jan-Eike Bednarek, Peter Zapke, Rasmus Voigts, Bastian Herrlich und Sebastian Meinecke (von links). Quelle: Hinzmann
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Am Mittwoch stellten sie die Firmen im Faculty Club der Universität Göttingen vorgestellt: Drei Firmen im Dienstleistungssektor mit unterschiedlichem Angebot und verschiedenen Zielgruppen.
Das Seminar „Entrepeneurship Lab“ von Dr. Erik Oldekop verlangt die rapide Entwicklung einer Unternehmensidee und deren Umsetzung zum laufenden Geschäftsbetrieb in drei Monaten. Zügig hatten die Masterstudenten zu arbeiten, mussten dabei Methodenwissen anwenden und Softskills wie Teamfähigkeit, Lernbereitschaft oder Flexibilität unter Beweis stellen. Er habe in diesem Seminar „viel mehr als für jeden anderen Schein getan“, sagt Rasmus Voigts.

Mit Bastian Herrlich und Peter Zapke hat Voigts die Firma „Mobilmacher“ gegründet. Die präsentiert ihr Angebot seit Mittwoch unter mobil-macher.de im Internet: Entwicklung von Mini-Anwendungen für mobile Endgeräte, kurz Apps. Deren Herstellung bieten derzeit bundesweit bis zu 350 Firmen an, aber die Mobilmacher konzentrieren sich „auf mittelständische Firmen der Region Göttingen“ – und haben gut zu tun.

Das Unternehmen SBO von Sebastian Meinecke, Bilal Taher und Osama Humeid ist seit November am Markt mit „GlühMe“, das soziale Projekte und den Verkauf von saisonalen Getränken verbindet. Vor allem haben die Jungunternehmer gelernt, dass Standardisierung auch beim Glühweinverkauf Vorteile bringt, berichtet Meinecke. Virales Marketing und Facebook-Posts haben als Werbung gereicht für den „Glühwein-Verkauf mit sozialem Engagement“. Wer 1,50 Euro für den Becher Glühwein im Winter oder ein Kaltgetränk im Sommer zahlt, unterstützt mit 50 Cent die Kindernothilfe. Bei einer Frequenz des Campus von um die 7000 Personen an Werktagen, kommt das GlühMe-Team an seinem Top-Standort auf „gute Margen“.

Mit dem Stadtportal „myGoettingen.net“ lösen Jan-Eike Bednarek und Andreas Behrens das Problem vieler Neu-Göttinger: Sich schneller in der Stadt zurechtfinden. „Göttingen ist eine schöne Stadt, die viel mehr zu bieten hat als man auf den ersten Blick sehen kann“, findet Bednarek, der seit vier Jahren hier studiert. Mit Andreas Behrens will er Empfehlung und Orientierung geben, denn „leider kann man derzeit kaum zentrale Angebote im Internet mit speziellen Tipps zu Göttingen finden.“ Dafür wollen die Portalmacher Göttinger Dienstleistungen jeder Form darstellen: Sportvereine, Restaurantlisten oder via Community die Möglichkeit, Leute mit gleichen Interessen kennenzulernen. Rankings und Rabattangebote sollen die Nutzer locken. Firmen, die sich besonders auf myGoettingen.net präsentieren wollen, zahlen für ihre Werbung und sind die Einnahmequelle der Firma „InnoAds“ von Bednarek und Behrens. Am 22. Februar soll das Stadtportal online sein.
Die studentischen Firmengründer sind der Meinung, dass ihre Gründungen am Markt bestehen können. Anfang Februar wird das im Rahmen des Seminars „Entrepeneurship Lab“ analysiert. Die letzte Entscheidung liegt bei jeder beteiligten Gruppe selbst.

Lutz M. Kolbe, Professur für Informationsmanagement, und Lehrbeauftragter Oldekop sind mit dem Seminar ihrem Ziel näher gekommen, Unternehmertum an Universitäten zu vermitteln. Kolbe hat für das Projekt mit Prof. Manfred P. Zilling von der Privaten Hochschule Göttingen (PFH) zusammengearbeitet. Die PFH, so Zilling, verstehe sich als Unternehmer-Hochschule und unterstütze jetzt und weiter die Initiative. Diese kann nach Ansicht von Julia Reuß von der Stabsstelle Betreuungsmanagement der Universität Göttingen auch, angepasst an die jeweiligen Prüfungsordnungen, an anderen Fakultäten umgesetzt werden. Gründen lernen, wie es das „Entrepeneurship Lab“ vermittelt, ist nicht nur für Wirtschaftswissenschaftler ein zukunftsorientierter Studieninhalt.