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Göttingen „Achtung! Kunst“: Uni Göttingen und Museum Friedland beteiligen sich am Tag der Restaurierung
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„Achtung! Kunst“: Uni Göttingen und Museum Friedland beteiligen sich am Tag der Restaurierung am 10. Oktober 2021

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08:49 06.10.2021
Restauratorin Jorun Ruppel bemalt die Replik der Sokrates-Büste.
Restauratorin Jorun Ruppel bemalt die Replik der Sokrates-Büste. Quelle: . Archäologisches Institut der Universität Göttingen / Jorun Ruppel
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Göttingen / Friedland

Die Universität Göttingen und das Museum Friedland beteiligen sich am vierten Europäischen Tag der Restaurierung am Sonntag, 10. Oktober. Er steht unter dem Motto „Achtung! Kunst“.

Restauratorinnen und Restauratoren wollen zeigen, dass Kunst mehr ist als ein wertvolles, ästhetisch ansprechendes Objekt, begründet die Universität ihre Beteiligung. „Kunst ist für uns Prozess und Produkt kreativen Schaffens“, so Cornelia Ripplinger, Leiterin der Restaurierungswerkstatt an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. In der SUB können Besucherinnen und Besucher am Sonntag zwischen 13 und 16 Uhr erfahren, welche konservatorischen Arbeiten für die Präsentation einer Ausstellung notwendig sind. Die kommende Ausstellung „Aller Künste Wissenschaft…“, die an die Stiftung des Frankfurter Patriziers Johann Friedrich Armand von Uffenbach erinnert, sei dafür eine günstige Gelegenheit, heißt es in einer Mitteilung der Uni.

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Was aber tun, wenn ein Objekt nicht ausgestellt werden kann? „Die durch einen Brand beschädigte Büste des Philosophen Sokrates ist so zerbrechlich, dass wir sie nicht wie geplant im zukünftigen Forum Wissen präsentieren können“, erklärt die Restauratorin in der Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen. Darum fertige Jorun Ruppel nun eine originalgetreue Kopie an. Wie das möglich ist – ohne dabei das Original zu berühren – können Interessierte in Ruppels Vortrag um 11.15 Uhr am Archäologischen Institut der Universität Göttingen erfahren.

In welchen Alltagsgegenständen und mündlich überlieferten Geschichten Kunst steckt, soll am II. Physikalischen Institut deutlich werden. „Hier nehmen Forschende Objekte aller Art entgegen und analysieren deren Beschaffenheit“, kündigt die Uni an. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, am Sonntag von 11 bis 16 Uhr ans Fenster der Beschleunigerhallle im Garten der Physik zu kommen: „Egal ob Münzen, Porzellan oder Schmuck – die Objekte werden mit energiereichen Wasserstoffionen bestrahlt, die damit erzeugte Röntgenstrahlung wird gemessen und gibt Aufschluss über die genaue Zusammensetzung des Gegenstandes“, erklärt Prof. Hans Christian Hofsäss, was dort zu sehen sein soll.

Das Team des Museums Friedland sammelt und dokumentiert Geschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Sie berichten zwischen 10 und 18 Uhr von ihren Erinnerungen an das Grenzdurchgangslager und das Leben in den sogenannten Nissenhütten. In diesen Wellblechhütten, benannt nach ihrem Erfinder, dem kanadischen Ingenieur und Offizier Peter Norman Nissen, fanden Flüchtlinge und Schutzsuchende nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine erste Herberge. „Ihre Berichte sind grundlegend für die Neugestaltung der Notunterkünfte als Erinnerungsort“, so Ewa Kruppa, Restauratorin am Museum Friedland.

Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich vorab für die Veranstaltungen anzumelden. Weitere Informationen sind unter www.uni-goettingen.de/tagderrestaurierung zu finden.

Von Nadine Eckermann