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Göttingen Ägyptologie und Koptologie: Preise für Abschlussarbeiten
Campus Göttingen Ägyptologie und Koptologie: Preise für Abschlussarbeiten
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15:50 20.06.2013
Preisträger Naether, Neunert, Borrmann und Petersmarck mit  Werner Rutz (von links) von der Liebehenz-Stiftung.
Preisträger Naether, Neunert, Borrmann und Petersmarck mit  Werner Rutz (von links) von der Liebehenz-Stiftung. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Die 1994 gegründete Stiftung aus Göttingen verleiht den Preis seit 2008 an Nachwuchswissenschaftler aus dem kulturwissenschaftlichen Bereich. Dabei sollen besonders die kleineren Fächer im Fokus stehen, teilt Prof. Werner Rutz, Vorsitzender des Stiftungsrates, mit. Außerdem werden nur Fächer ausgezeichnet, die an der Georg-August-Universität unterrichtet werden.

150-jährige Geschichte

An der Hochschule kann der diesjährig prämierten Fachbereich der Ägyptologie und Koptologie auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurückblicken, berichtet Behlmer. Obwohl der Lehrstuhl erst 1867 eingerichtet wurde, erhitzte sich schon vorher ein heftiger Konflikt zwischen Maximilian Adolph Uhlemann, Schüler von Gustav Seyffarth und Privatdozent für ägyptische Philologie an der Philosophischen Fakultät Göttingen, und dem Ägyptologen Heinrich Brugsch aus Berlin.

Brugsch hatte sich nicht zu einer von Uhlemann und Seyffarth propagierten Theorie zur Hieroglyphendeutung bekannt und zog deshalb den Zorn des Göttingers auf sich. Uhlemann starb 1862, fünf Jahre später besetzte Brugsch den neu eingerichteten Lehrstuhl für Ägyptologie und Koptologie in Göttingen. Dieser ist nach Berlin der zweite im deutschsprachigen Raum. Die Liebehenz-Stiftung würdigt damit in diesem Jahr ein kleines Fach, an dessen Entwicklungsgeschichte der Standort Göttingen einen maßgeblichen Anteil trägt.

Zehn Bewerbungen

Die im deutschsprachigen Raum ausgeschriebenen Preise der Stiftung werden für hervorragende Leistungen in Dissertationen und Magister- oder vergleichbaren Abschlussarbeiten vergeben. Für die Auszeichnung im Fachbereich Ägyptologie und Koptologie sind in diesem Jahr zehn Bewerbungen eingegangen. Aufgrund der hohen Qualität habe sich die Bewertungskommission dazu entschlossen, beide Preise an jeweils zwei Nachwuchswissenschaftler zu vergeben, verkündet Rutz.

Den Preis für Dissertationen teilt sich Franziska Naether aus Leipzig mit Gregor Neunert aus München. Beide Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld von 2000 Euro dotiert. In der Kategorie Magisterarbeit konnten Linda Borrmann, zur Zeit tätig am Deutschen Archäologischen Institut in Kairo, und Edina Petersmarck, die in München studiert hat, überzeugen. Das Preisgeld beträgt jeweils 1000 Euro.

Von Daniela Lottmann