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Göttingen Kochen mit Schülern
Campus Göttingen Kochen mit Schülern
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10:40 06.02.2019
Medizinstudenten um Huong Giang Doan (3. v. li.) zeigen Schülern, wie man sich mit Spaß ernährt. Quelle: R
Göttingen

„Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 sind ein großes Problem“, sagt die Medizinstudentin. „Wir sehen das in der Klinik.“ Verursacht werden die Erkrankungen häufig durch falsche Ernährung. Dagegen will die 23-Jährige mit ihren Kommilitonen etwas unternehmen. Sie wollen in Schulen in der Region gehen, um mit Schülern über Ernährung zu sprechen. Sie wollen „ein Bewusstsein schaffen, wie man sich gut ernährt.

Sie habe schon vorher viel mit Ernährung unternommen, sagt Doan. „Das ist ein sehr wichtiges Thema.“ Der Body-Mass-Index, der über das Verhältnis von Körpergröße und Gewicht Übergewicht anzeigt, steige weltweit. Während ihrer Arbeit auf einer Krankenstation habe sie Patienten erlebt, die mehr als 100 Kilogramm wogen und deswegen von den Krankenschwestern schwer zu betreuen gewesen seien.

Zucker in Kartoffelchips?

Mit den Schülern wollen sie nun auch darüber sprechen, was in der Nahrung enthalten sei. So hätten sie Schüler gefragt, wie viel Zucker in den Chips einer Tüte enthalten seien. „Das wissen sie nicht“, berichtet Doan.

Klar sei ihnen, dass man sich nicht immer gesund ernähren könne, sagt die Medizinstudentin. Wichtig sei allerdings, „dass man weiß, was man isst“. Vor allem Jüngere wollen sie für eine gute Ernährung begeistern. Schüler etwa der Klassenstufe sechs wollen sie erreichen.

Spaß beim Kochen

Einmal seien sie mit ihrem Projekt bereits in der IGS Bovenden gewesen, erklärt Doan. Kartoffelspalten hätten sie mit den Schülern zubereitet. Da habe auch der Spaß beim Kochen im Vordergrund gestanden, „gerade das ist wichtig“. Die Speisewahl sei auf Kartoffelspalten gefallen, weil gefallen, weil sie schnell zuzubereiten seien, Spaß bereiteten und dazu auch noch schmeckten. Den ersten Besuch in der Schule habe die Fachschaft Medizin finanziert. Bei weiteren Schulbesuchen müssten die Schulen die Lebensmittel zahlen, so Doan.

15 Studenten haben sich für das Projekt in Göttingen zusammengefunden, alles Mediziner. Alle zwei Wochen kämen sie während des Semesters zusammen. Sie unternähmen auch andere Aktionen miteinander. So organisierten sie „meet to eat“-Treffen, um gemeinsam zu kochen und sich dabei „auch auf medizinischer Ebene“darüber auszutauschen.

Auftritt bei Facebook

Doan ist von dem Projekt überzeugt. „Ich glaube, dass das wirklich was bringt.“ Ihr Bruder habe mal in der Schule gekocht und total begeistert davon erzählt. Dabei gehe es nicht um Diäten. „Ernährung betrifft alle, Essen betrifft alle“, sagt Doan.

Die Studenten haben mit ihrer Aktion auch einen Auftritt bei Facebook. Dort erklären sie beispielsweise, dass in Buttermilch keine Butter enthalten ist. Es sei ein Nebenprodukt der Butterherstellung, erläutern sie dort, das wie Milch viel Eiweiß, Milchzucker und Kalzium enthalte. Und: „Im Gegensatz zu Kuhmilch ist sie sehr fettarm, schmeckt aber auch etwas sauer.“

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Die junge Frau stammt aus Halle an der Saale und lebt seit zwei Jahren in Göttingen. Sie habe sich immer schon ehrenamtlich engagiert, sagt sie. Sie freue sich, dass sie in Deutschland so viele Chancen habe. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten ermöglichten es ihr, etwas davon zurückzugeben.

Schulen, die sich für das Projekt interssieren, aber auch andere, die sich mit Ernährung befassen, können Kontakt aufnehmen zu der Gruppe über die E-Mai-Adresse wissenshunger@um-goe.de.

Von Peter Krüger-Lenz

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