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Göttingen Althusmann und Hüther eröffnen Kongress Erziehung und Bildung
Campus Göttingen Althusmann und Hüther eröffnen Kongress Erziehung und Bildung
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18:15 08.11.2010
Das Wissenwollen der Kinder fördern: Hirnforscher Hüther spricht vor Kongressteilnehmern.
Das Wissenwollen der Kinder fördern: Hirnforscher Hüther spricht vor Kongressteilnehmern. Quelle: Vetter
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Zwei Tage hatte der vom Pädagogischen Seminar der Universität Göttingen und dem Verein Institut für berufliche Bildung und Weiterbildung ausgerichtete Kongress in Vorträgen und Diskussionsforen die Bedingungen für gelingende Entwicklung von Kindern zum Thema.

„Das Fundament für erfolgreiches Lernen“, so Althusmann, „wird im Kindesalter gelegt und so ist es vor allem Aufgabe der Elternhäuser zum Bildungserfolg der Kinder beizutragen“. Doch wie dem Untergang dieses Systems zu entrinnen ist, war Vortragsthema von Prof. Gerald Hüther, Hirnforscher in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen.

Die drei großen A’s Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Anerkennung sorgten am Freitag dafür, dass sich im Hörsaalgebäude die 894 Plätze von Saal 011 füllten. Ein Grund dafür war der Besuch von Hüther, der über das Thema „Geteilte Aufmerksamkeit und die Kunst, gemeinsam über sich hinauszuwachsen“ sprach. Wie weckt man Lust und Freude am Lernen?

Für Hüther liegt das Geheimnis darin, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Kinder geachtet, verstanden und gefordert werden. Ganz und gar nicht stelle so das Überangebot von Vorschulkursen frei nach dem Motto „immer rein damit“ das Bildungsideal dar. Vielmehr solle die Begeisterung, Neues zu entdecken geweckt werden. Nach seinen rhetorisch äußerst gewandten Eingangsworten erläutert Hüther wie ein erfolgreiches Erziehungs- und Bildungssystem auszusehen hat. Immer wieder motiviert er seine Zuhörerschaft durch idealistische pädagogische Beispiele. Man spürt nahezu, wie das Publikum sich für neue Taten rüstet und bereit ist, Kinder die Welt entdecken zu lassen. Es seien letztendlich nämlich nicht die exzellenten Absolventen der Spitzenuniversitäten Harvard oder Yale, die in der freien Wirtschaft gesucht würden. Kreatives, entdeckungslustiges Engagement ist gefragt und so müsse insbesondere schon das frühkindliche „Wissenwollen“ gefördert werden. Eine große Aufgabe, die in den Worten von Hirnforscher Hüther so einfach scheint. Kinder sollen zum Lernen eingeladen, ermutigt und inspiriert und nicht alleine gelassen werden.

Ja, das ist die Zauberformel, auf die sich ein erfolgreiches und nachhaltiges Bildungssystem stützen kann und das bereits zum Ende von Hüthers Vortrag Erfolge verzeichnen lässt. Denn nicht nur Kinder lassen sich durch diese Wunderworte motivieren, sondern auch die Zuhörer des überfüllten Hörsaals 011.

Von Rhea M. Richter