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Göttingen Netzwerk: Ehemalige Göttinger Studenten treffen sich im Hörsaal
Campus Göttingen Netzwerk: Ehemalige Göttinger Studenten treffen sich im Hörsaal
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11:35 27.10.2019
Vizepräsidentin Valérie Schüller begrüßt die Alumni im Saal 011. Quelle: bib
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Göttingen

Mit einem Vortrag zum digitalen Wandel in Unternehmen, der Auszeichnung dreier herausragender Promotionen und einem anschließenden Fest ist am Sonnabendabend der Alumni-Tag an der Universität Göttingen zu Ende gegangen.

„Wiedersehen mit alten Freunden und Wegbegleitern”: so der Titel der Veranstaltung der Universität Göttingen und des Vereins Alumni Göttingen. Bereits am Vor- und Nachmittag wurden Workshops und andere Gelegenheiten, das akademische Netzwerk zu pflegen, angeboten. Am Abend dann saßen die Absolventen der Georgia-Augusta im größten Hörsaal – dem allen Göttinger Universitätsbesuchern als 011er bekannten Raum – der knapp 900 Besuchern Platz bietet.

Nachfolge der Präsidentin

Bevor der Impulsvortrag begann, begrüßte die kommissarische Präsidentin der Universität, die Vizepräsidentin für Finanzen und Personal, Valérie Schüller, die ehemaligen Studenten. Sie skizzierte kurz die diesjährigen Zahlen der „Alma Mata” der Besucher. 5600 neue Studierende habe man zum aktuellen Semester gerade begrüßt, 30.900 Studenten seien eingeschrieben. Sie werden von 380 Professoren unterrichtet, 8192 Mitarbeiter seinen an der Uni beschäftigt.

Die Querelen um die Nachfolge der ausgeschiedenen Präsidentin Ulrike Beisiegel ließ Schüller nicht aus. „Ich hätte mir aber einen weniger öffentlich geführten Diskurs gewünscht”, sagt sie. In Göttingen habe der wissenschaftliche Diskurs aber eine lange Tradition – „um die Universität voranzubringen”, so Schüller. Mit Reinhard Jahn, der im kommenden Jahr die Leitung übernimmt, habe man eine Entscheidung getroffen, die der Universität wieder zu „international und national größtmöglicher Anerkennung” verhelfe. Schüller skizzierte kurz, welche Stipendien, Preise und Auszeichnungen im Jahr 2019 vergeben wurden. Auch die Nachricht, dass die Diskothek Tangente geschlossen wurde, ließ sie nicht aus. Ein lautes und enttäuschtes „Ohhhhh” hallte aus den Rängen. Schüller „Da müssen wir wohl für Ersatz sorgen”. Am Abend legten Professoren für die Alumni auf.

Einige Gäste stellten ihre Gruppen und Netzwerke kurz vor, beispielsweise die Gruppe Hamburg, das „Frauen Unternehmen” und das Netzwerk Jura, das Dinah Stollwerck-Bauer präsentierte. Hans-Christian Hofsäss vom Universitätsbund zeichnete drei Wissenschaftler aus, die alle mit der Bestnote “Summa cum Laude” abgeschlossen haben und darüber hinaus noch „besonders interessant” seien.

Drei Preise vergeben

Für den Dissertationspreis des Universitätsbundes, gefördert durch die AKB-Stiftung, können alle Fakultäten der Universität eine Arbeit vorzuschlagen. Hofsäss leitet die Jury. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr drei Wissenschaftler. Maren Elisabeth Schwab von der Philosophischen Fakultät erhielt den Preis für ihre Arbeit „Rom greifen und begreifen – antiquarische Texte und Praktiken in Rom von Francesco Petrarca bis Bartolomeo Marliano".

Helge Mißbach, Mitarbeiter im Geowissenschaftlichen Zentrum der Uni und im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, widmete sich der den Signaturen früheren Lebens und der Suche nach Leben auf dem Mars. Die dritte Auszeichnung erhielt Johanna Eckert von der Fakultät für Biologie und Psychologie. Sie widmete sich in ihrer prämierten Arbeit der intuitiven Statistik bei Menschenaffen und Menschen. Hofsäss übergab die Preise gemeinsam mit Physik-Professor Arnulf Quadt.

Management und Digitalisierung

Festrednerin der Abendveranstaltung war die Alumna Xiaoqun Clever. Sie sprach zum Thema „Führung im digitalen Wandel“. Clever, gebürtige Chinesin, ist eine europaweit anerkannte Technologie- und Datenspezialistin, als erste Frau in Deutschland nahm sie eine Chief-Technology-Officer-Position ein und wurde als erste Chinesin in den Vorstand eines Europäischen Konzerns berufen. Clever sprach über Management und Digitalisierung. Dabei ginge es nicht um eine „Million-Dollar-Idee“, sondern darum, die Mitarbeiter mit zu nehmen und „jeden Tag etwas besser zu werden“. Zudem müssten sich die Manager darauf einstellen, dass die Generation Z, die jetzt in die Unternehmen komme, ganz andere Bedürfnisse habe, als die Generation X, die sich im Hörsaal traf.

Es ging auch um Missverständnisse. Ein Thema, dass die erfolgreiche Frau auch kennt. 1991 habe sie China verlassen, Göttingen sei die erste deutsche Stadt gewesen, in der sie lebte. Sie erinnerte sich an ihre erste Mathematik-Vorlesung. „Ich dachte, Mathematik ist eine internationale Spreche“, sagte sie. Nach der Vorlesung sei sie „sehr, sehr deprimiert“ gewesen, nur 20 Prozent hatte sie verstanden. Das änderte sich schnell. Clever: Alles, was ich geworden bin, verdanke ich Göttingen“.

Alumni-Verein Göttingen

Alumni Göttingen“ verbindet nach Angaben der Universität mehr als 30.000 Ehemalige und Absolventen mit den Menschen, die heute an der Universität Göttingen studieren, forschen und arbeiten. Ziel sei es, Kontakt zu alten Freunden und Bekannten aus der Studienzeit zu halten oder Talente, Ideen oder Ressourcen einzubringen möchten. „Jede Art von Engagement macht unser Netzwerk lebendiger“, heit es auf der Homepage der Organisation. Wer sich dafür interessiert, kann sich bei Manuela Selle, zuständige für die Mitgliederbetreuung, unter Telefon 0551/ 39-26211 und alumni@uni-goettingen.de informieren.

Von Britta Bielefeld

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