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Göttingen Erfahrungen im Ausland sammeln
Campus Göttingen Erfahrungen im Ausland sammeln
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16:29 20.02.2017
Von Michael Caspar
„Krankenhauspraktika im Ausland erweitern den Horizont“, sagt Hanna Eisenberg (25) von der Göttinger Arbeitsgemeinschaft Austausch. Die AG organisiert in Zusammenarbeit mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland für Kommilitonen solche Famulaturen. Quelle: DPA
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Göttingen

„Jetzt, während der vorlesungsfreien Zeit, sammeln wieder einige von uns Auslandserfahrungen“, berichtet Eisenberg, die das selbst bereits viermal gemacht hat. Besonders beliebt seien Arbeitseinsätze in englisch- und spanischsprachige Länder sowie in Skandinavien. Teilnehmer müssten gut Englisch sprechen (B2-Niveau). Wer die Landessprache beherrsche, habe größere Chancen auf einen Platz. „Im Studium vorgeschrieben sind vier jeweils vierwöchige Famulaturen“, sagt sie, „jeweils eine bei einem Hausarzt, in der Ambulanz und in der Klinik.“ Für die vierte gebe es keine Auflagen.

Eisenberg machte über das Pflichtprogramm hinaus weitere Praktika. Jeweils einen Monat lang arbeitete sie in den USA, in Schweden und zweimal in Spanien. „In den USA ist die Lehre ausgesprochen gut“, berichtet sie. Das forderten die Studierenden, die viel Geld für ihren Studienplatz zahlen müssten, ein. Eine weitere Beobachtung: Teure Untersuchungen, etwa eine Magnetresonanztomographie (MRT), würden in den USA häufiger als in Deutschland angeordnet - wenn der Patient gut versichert sei.

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„Schwedische OP-Teams achten darauf, dass jeder Pause macht“, erzählt Eisenberg. Ein anderer Unterschied zu Deutschland: Die Hierarchien seien flach. Jeder kenne seinen Platz, aber alle begegneten einander auf Augenhöhe. So assistiere dort bei Operationen nicht selten ein Oberarzt dem Assistenzarzt.

„In Spanien wiederum ist es unüblich, dass Studierende am Operationstisch stehen“, hat die Studentin erlebt. Sie dürften in der Regel nur zuschauen. Das sei in Deutschland anders. Entsprechend gerne kämen Ausländer in die Bundesrepublik. Der Lerneffekt sei größer.

Die Göttinger AG, die 15 Mitglieder hat, vermittelt nicht nur Famulaturen im Ausland. Sie kümmert sich auch um ausländische Studierende, die ihr Krankenhauspraktikum in Göttingen absolvieren. Betreut werden sie unter anderem von Diana Voll (22). „Wir besorgen den Studierenden eine Wohnung, ein Fahrrad und eine Mensakarte“, sagt sie. Eine Person stehe den Gästen die ganze Zeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie nähme bereits im Vorfeld Kontakt zu den Studierenden auf. Die AG organisiere zudem ein Rahmenprogramm, damit die Gäste ein bisschen von Land und Leuten kennenlernten. Der Kontakt zu den Ausländern helfe AG-Mitgliedern Vorurteile abzubauen. Das helfe ihnen bei der Arbeit mit Patienten und Kollegen, die einen Migrationshintergrund hätten.

Mehr Informationen gibt es hier.