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Göttingen Arnold-Rikli-Preis für Göttinger Dermatologe Prof. Steffen Emmert
Campus Göttingen Arnold-Rikli-Preis für Göttinger Dermatologe Prof. Steffen Emmert
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18:17 18.07.2013
Steffen Emmert
Steffen Emmert Quelle: umg
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Göttingen

Emmert erhielt die Auszeichnung für seine Arbeiten zu den schädigenden Einflüssen der UV-Strahlung im Bezug zur Entstehung von Hautkrebs am Beispiel der sogenannten Mondscheinkrankheit und der Entwicklung neuer Therapiestrategien für Hautkrankheiten mit kaltem Plasma. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

Patienten mit Xeroderma pigmentosum, auch Mondscheinkrankheit genannt, können durch Sonne ausgelöste Genschäden nicht reparieren. Bei ihnen funktioniert ein spezieller Reparaturmechanismus der DNA nicht. Ihre Haut altert vorzeitig und die Betroffenen entwickeln bereits im Kindesalter durch Sonne ausgelösten Hautkrebs. Dabei kann es sich um alle Arten von schwarzem und weißem Hautkrebs handeln. Bisher ist die Erkrankung nicht heilbar.

Erkrankung im Zeitraffertempo

Anhand der Erkrankung lässt sich im Zeitraffertempo verfolgen, wie sich Hautkrebs allgemein in der Bevölkerung entwickelt. Die Erkenntnisse helfen dabei, die schädigenden Einflüsse von UV-Strahlung besser abschätzen zu können.

Durch die Behandlung mit Plasma können antientzündliche, juckreizstillende, antimikrobielle, gewebestimulierende und durchblutungsfördernde Effekte erreicht werden. Sie werden durch ultraviolette Strahlung, reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies und elektrischen Stromfluß erzielt. Plasma im Sinne von ionisiertem Gas kann als vierte Zustandsform neben Festem, Flüssigem und Gasförmigem angesehen werden.

„Mit unserer Arbeit konnten wir zeigen, wie wichtig die Reparatur von Schäden der Haut durch optische Strahlung ist, um Hautkrebs zu vermeiden. Dadurch wird der Einsatz von Licht zur Behandlung von Hautkrankheiten sicherer. Auf dieser Grundlage haben wir den Einsatz von kaltem Plasma als ionisierte Luft über der Haut als neuartige Behandlungsstrategie untersucht“, sagt Prof. Emmert.

Einsatz von kaltem Plasma

Erfolgversprechende Ergebnisse wurden vor allem beim Einsatz von kaltem Plasma bei der Hautdesinfektion erzielt. „Wir konnten gute Effekte auf die epidermale Hautbarriere nachweisen und eine positive Wirkung von Plasma bei der Behandlung von Neurodermitis sowie bei Wunden dokumentieren“, so Prof. Emmert. Bisher seien auch keine Nebenwirkungen aufgetreten. Mittelfristig sollen eine erkrankungsspezifische Therapien angeboten werden können.

Der Arnold Rikli-Preis wird von der Jörg Wolff-Stiftung seit 1989 verliehen. Der Preis würdigt wissenschaftliche Arbeiten, die biologische Wirkungen von optischer Strahlung mit direkter Bedeutung für die Humanmedizin untersuchen und die Richtlinien für zukünftige Forschung aufzeigen.  

umg/chb