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Göttingen Raumkreuzer auf dem Weg zum Mars
Campus Göttingen Raumkreuzer auf dem Weg zum Mars
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15:03 25.03.2018
Astronomietag im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung veranstaltet vom Förderkreis Planetarium Göttingen und dem Max-Planck-Institut.
Astronomietag im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung veranstaltet vom Förderkreis Planetarium Göttingen und dem Max-Planck-Institut. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

„Man muss Kinder früh genug abholen, um sie für Naturwissenschaften zu begeistern“, sagte Astrophysiker Ulrich Christensen beim Astronomietag am Sonnabend im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). In seinem Einstiegsvortrag nahm er sein junges Publikum mit auf „Eine Reise zu den Planeten“.

Vortrag von Ulrich Christensen, Professor für Astrophysik am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Quelle: Peter Heller

Bei der darauffolgenden Planetariumsshow in einem kuppelförmigen Zelt, wurde das eben Gehörte noch einmal optisch dargestellt. Mit den fiktiven Figuren Luna und Felix konnten die Kinder und ihre Eltern im „Raumkreuzer“ eine Kreuzfahrt durch das Planetensystem unternehmen.

Thomas Langbein vom Förderkreis Planetarium Göttingen eröffnete die Show mit den Worten, sie sei für „Menschen ab sechs Jahren“ bestimmt, denn auch Erwachsene könnten noch einiges dabei lernen. Der Beamer in der Mitte des Raumes warf zunächst ein Abbild des Sternenhimmels an die runde Zeltwand und zeigte verschiedene Sternenbilder.

Aus Linien werden Stier und Wassermann

Die Kinder sollten mit Hilfe von Auswahlmöglichkeiten erraten, um welche es sich handelt – und konnten die meisten richtig benennen. Dann ging ein Raunen durch die Sitzreihen, als die Linien sich plötzlich in Löwe, Stier, Wassermann und Co verwandelten. Der „Himmel“ begann zu rotieren und der ganze Saal schien sich zu drehen. „Da wurde mir schon fast übel“, erinnerte sich Jaromir, der mit seinem Bruder und seinen Eltern am Astronomietag teilnahm, nach der Vorstellung.

Im mobilen Planetarium begrüßt Thomas Langbein vom Förderkreis Planetarium Göttingen die Gäste zur Reise durchs Universum. Quelle: Peter Heller

Dann startete die Kreuzfahrt durch den Weltraum, vorbei an der ISS, den acht Planeten und ihren Monden. Mit vielen Vergleichen und Animationen wurden die Eigenschaften der Planeten deutlich gemacht. Jupiter, der Staubsaugerplanet, zum Beispiel, der Steinbrocken aus seiner Umgebung anzieht und der so groß ist, dass man ihn mit 1000 Erdkugeln füllen könnte.

Wie durch ein Fenster blickte man aus dem „Raumkreuzer“ hinaus in das All. Auf den „mehrjährig“ dauernden Strecken zwischen den Planeten wurde das Publikum mit kleinen Filmausschnitten aus dem Astronautenleben unterhalten. Wie isst man in der Schwerelosigkeit, wenn das Essen einfach wegfliegt? Und wie bleibt man auf der Toilette sitzen?

Bäh-Rufe als Kommentar

Besonders in Erinnerung wird den Besuchern wohl bleiben, dass der Urin im All gefiltert und das Wasser danach zum Trinken und Waschen wiederverwendet wird. „Iih“- und „Bäh“-Rufe schallten bei dieser Information durch den Raum.

Auch auf dem Mars machte der „Raumkreuzer“ Station. Luna und Felix erklärten, er werde roter Planet genannt, weil er mit rot-braunem Staub bedeckt sei. „Der Mars ist verrostet. Er ist voller Eisen und wenn Eisen mit Wasser reagiert, rostet es. Aber heute ist der Mars ganz trocken. Das heißt, es muss einmal Wasser auf dem Mars gegeben haben. Wasser wiederum ist notwendig für die Existenz von Lebewesen. Es könnten also Lebewesen auf dem Mars gelebt haben.“

Draußen vor dem mobilen Planetarium malte Lukas an einem der Tische die Konturen Planeten aus. „Wie heißt der hier?“, fragte sein Großvater und deutete auf den größten. „Eigentlich kennt er sie, wir haben ein Mobile der Planeten zu Hause über dem Tisch. Wir sind hier, um sein Interesse zu wecken und was anderes zu tun als fernzusehen.“ Jaromir und sein Bruder Alex waren besonders vom Vortrag „Eine Reise zu den Planeten“ begeistert: „Da haben wir gelernt, was im Mond drin ist“, verkündeten sie stolz.

Erstmals Schwerpunkt auf dem Programm für Kinder

Von rund 300 Besuchern sprach Birgit Krummheuer, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit am MPS: „Wir sind sehr zufrieden, so voll war es die letzten zwei Jahre nicht. Allerdings haben wir erst seit diesem Jahr den Schwerpunkt auf Kinderprogramm gelegt. Die Kombination aus Vortrag und Planetariumsshow kam gut an.“

Das weitere Programm bestand außerdem aus Shows im Planetarium zu den Themen „Das geheime Leben der Sterne“ und „Von der Erde zum Weltraum“ sowie aus einem Vortrag über „Das geheime Alter der Sterne“.

Als Abschluss wurde eine Instituts- und Teleskopführung am Institut für Astrophysik der Universität im Gebäude der Fakultät für Physik angeboten, bei der Mond und Venus beobachtet werden konnten.

Astronomietag zum dritten Mal in Göttingen

Der bundesweite Astronomietag wurde von der Vereinigung der Sternenfreunde 2002 ins Leben gerufen. Viele Sternwarten, Planetarien und Forschungsinstitute bieten an diesem Tag ein Programm für Interessierte an. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) hat in Kooperation mit dem Förderkreis Planetarium Göttingen in diesem Jahr zum dritten Mal ein Programm für Besucher zusammengestellt.

Von Gwendolyn Barthe

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