Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Auf Göttinger Nordcampus entsteht neues Wohnheim
Campus Göttingen Auf Göttinger Nordcampus entsteht neues Wohnheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 14.02.2019
Ein Musterapartment steht vor der Nordmensa, und kann jeweils Mittwochs zwischen 12 und 14 Uhr besichtigt werden. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Anzeige
Göttingen

„In mir kann man gut wohnen. Ich bestehe aus lasiertem Fichtenholz.“ Ein Schild mit dieser Aufschrift prangt an der Wand des kleinen Apartments. Noch ist es nur ein Muster, aber schon bald sollen 264 dieser Module die angespannte Wohnraumsituation für Studenten deutlich beruhigen. Das Studentenwerk Göttingen lässt auf dem Nordcampus ein neues Wohnheim unter dem Namen „Lutterterrasse“ bauen.

Es soll fünf Geschosse umfassen und in Holzbauweise errichtet werden. „Vollholz“, wie Prof. Jörg Magull, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Studentenwerks, gegenüber Journalisten betont. Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund 22 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen bezuschusst das Projekt mit knapp eine Million Euro, ein hoher Anteil der Bausumme wird über eine Bank finanziert, der Rest sind Eigenmittel. Es ist seit 1994 der erste Neubau des Studentenwerks.

Novum für Niedersachsen

Das Gebäude ist ein Novum für Niedersachsen, denn so viel Holz sieht die Bauordnung des Landes aufgrund der angenommenen Brandgefahr nicht vor. Aber auch dieses Problem ist gelöst worden, sagt Carmen Heine, die Leiterin des Gebäudemanagements beim Studentenwerk. Ein Sachverständiger habe ein Brandschutzgutachten erstellt aus dem hervorgeht, dass im Falle eines Feuers die Wände nur einen Zentimeter pro Stunde herunterbrennen. „Deshalb haben wir die Genehmigung für den Bau auch bekommen“, erklärt Heine und lobt diesbezüglich die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Das Studentenwerk Göttingen lässt auf dem Nordcampus ein neues Wohnheim unter dem Namen „Lutterterrasse“ bauen.

Das Wohngebäude soll über voll möblierte, schallentkoppelte Einzelapartments verfügen, in denen alles vorhanden ist, was ein Student heutzutage braucht: Dusche, Küchenspüle, Kochplatten, Fernseh- und selbstverständlich Internetanschluss. Dafür liegt eine Leistung von 800 Mbit an. Das ist gut und nötig, erklärt Magull. Er weist daraufhin, dass ein Durchschnittsstudent mit drei Endgeräten gleichzeitig am Netz ist.

18 Quadratmeter Fläche

Jedes Apartment ist gut 18 Quadratmeter groß. Knapp 200 dieser Wohnbereiche haben ein Fenster nach außen, 68 ein Fenster zum Innenhof. Anmeldungen für eine Wohnmöglichkeit auf dem Nordcampus werden bereits entgegengenommen. „Ab jetzt erhalten interessierte Studierende jeden Mittwoch von 12 bis 14 Uhr die Möglichkeit, sich das Objekt von innen anzusehen“, informiert Jens Vinnen, der Leiter Studentisches Wohnen beim Studentenwerk. Er ergänzt: „Im Durchschnitt beträgt die Warmmiete inklusive Strom und Internetversorgung 350 Euro.“

Spezieller Hamsterschutzzaun

Als die Planungen für das neue Wohnheim an der Grisebachstraße begannen, stellten die Verantwortlichen fest, dass auf dem vorgesehenen Gelände bereits ein Mieter ansässig war: der Feldhamster. Der ist nun – entsprechend der Naturschutzvorgaben – aus dem Areal herauskomplimentiert worden. Es darf gebaut werden und das Fundament ist bereits in Arbeit. Damit sich der Hamster die Sache nicht wieder anders überlegt, soll ein rund um das gesamte Baugelände gezogener, 40 Zentimeter tief in die Erde gegründeter Schutzzaun mit Überkletterschutz eine Rückkehr des geschützten Tieres verhindern. „Erst als nach einer Wartezeit von einem Jahr sicher war, dass sich innerhalb des Zaunes keine Hamster befinden, konnte im Oktober 2018 die Bautätigkeit beginnen“, erläutert Magull.

Sind die Betonfundamente gelegt, sollen im Zeitraum von drei Monaten die einzelnen Wohnmodule aufgesetzt und miteinander verankert werden. Läuft alles nach Plan, ist das neue Wohnheim im Dezember bezugsfertig. Die Holzmodule stellt eine Firma aus Österreich her. Eine Wohneinheit wiegt 8,5 Tonnen, so dass immer zwei Einheiten auf einen Tieflader passen.

In einem Architekturwettbewerb hatte sich der Entwurf des Büros Lima-Architekten aus Stuttgart gegen 14 weitere Entwürfe durchgesetzt. Ähnliche Bauten gibt es bereits in Hamburg, Heidelberg und Trier.

Von Ulrich Meinhard

Göttingen Tagung an der Universität Göttingen - Finanzmärkte und Unternehmensstrategien

Internationale Finanzmärkte und Unternehmensstrategien sind Themen einer Tagung an der Universität Göttingen. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät veranstaltet die mehrtägige Konferenz.

13.02.2019

Was sind Verbindungen, welchen Zweck erfüllen sie und warum werden einige dem rechtsextremen Milieu zugeordnet? Ein Interview mit Niklas Knepper vom Göttinger Institut für Demokratieforschung

13.02.2019

Was sind Verbindungen, welchen Zweck erfüllen sie und warum werden einige dem rechtsextremen Milieu zugeordnet? Ein Interview mit Niklas Knepper vom Göttinger Institut für Demokratieforschung

13.02.2019