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Göttingen Migrantenkinder erkunden Heimat der Eltern
Campus Göttingen Migrantenkinder erkunden Heimat der Eltern
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05:00 10.05.2019
09.05.2019 Ausstellung mit Werken der Fotografen Arasch Zandieh und Shirin Abedi im Kulturwissenschaftlichen Zentrum. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

Porträts und Alltagsszenen aus dem Iran zeigt die Ausstellung „Omid – Hoffnung“. Sie ist am Donnerstag im Foyer des Kulturwissenschaftlichen Zentrums in Göttingen eröffnet worden.

Der Göttinger Grafikdesigner und Fotograf Arasch Zandieh und die Hannoveraner Fotojournalistin Shirin Abedi sind beide in Deutschland aufgewachsen. Beide reisten als Erwachsene unabhängig voneinander in den Iran, um die Heimat ihrer Eltern kennenzulernen.

Trotz Armut Gastfreundschaft

Nach einem beinahe tödlich verlaufenen Verkehrsunfall und dem Verlust seines Arbeitsplatzes machte sich Zandieh in den Iran auf. Er habe Terror und religiöse Fanatiker erwartet, berichtet der Fotograf dem Tageblatt. Das gebe es auch, aber die Mehrheit der Bevölkerung sei sehr herzlich. Sie ständen den USA und Israel aufgeschlossen gegenüber. Trotz der Armut seien die Menschen gastfreundlich und voller Hoffnung.

Übernachtung in einem Lehmverschlag

„Als ich abends in einem Ort vier Stunden südlich von Teheran eintraf, lud mich eine alte Frau in ihren Lehmverschlag ein“, erinnert sich Zandieh. Sie habe ihn großzügig bewirtet und bei sich übernachten lassen. Die lächelnde Großmutter mit dem geblümten Kopftuch ist in der Ausstellung auf einem der großformatigen Bilder zu sehen.

Ausstellung mit Werken der Fotografen Arasch Zandieh und Shirin Abedi im Kulturwissenschaftlichen Zentrum. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Auch Straßenkinder hat der Göttinger fotografiert. Da gibt es zum Beispiel ein Mädchen, das mit seiner kleinen Schwester auf dem Markt die Händler bestahl. Wie eine Rüstung wirkt ihre schmutzige, geflickte Kleidung. Ganz jung ist sie, doch das Leben hat ihren Blick hart gemacht. „Vor allem die Armen, nicht die Machthaber, leiden unter den Sanktionen des Westens“, meint Zandieh.

In der Schule habe sie immer allen den Iran erklären sollen, obwohl sie das Land kaum gekannt habe, erzählt Abedi. Mit 20 Jahren sei sie als Mitarbeiterin einer Nachrichtenagentur für ein Jahr in den Iran gezogen. Die jungen Menschen dort hätten das nicht verstehen können. Sie wollten fast alle in den Westen. Auch sie habe „ernüchternde Erfahrungen“ im Land gemacht.

Iraner loten die Grenzen des Möglichen aus

Andererseits zeigt sich die Fotojournalistin von der Unerschrockenheit vieler Menschen beeindruckt. Sie ließen sich nicht vom Regime sagen, was sie tun dürften und was nicht. Sie loteten die Grenzen des Möglichen aus. Bei aller Wut und Frustration über die Verhältnisse habe sie auch eine Akzeptanz für das Regime wahrgenommen. Zumindestens herrsche eine „gewisse Sicherheit“ im Iran. Für Nachbarländer gelte das nicht.

Ausstellung mit Werken der Fotografen Arasch Zandieh und Shirin Abedi im Kulturwissenschaftlichen Zentrum. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Abedis Bilder zeigen Alltagsszenen. Klein sind die Fotos. Dicht muss der Betrachter herantreten. Da gibt es Kinder zu sehen, die eng umschlungen schlafen, eine Studentin bei der Examensfeier oder eine Hochzeitsszene. „Keines der Bilder ist gestellt“, betont die Fotografin.

Kuratiert von Ammar Hatem

Kuratiert hat die Ausstellung der syrische Künstler Ammar Hatem, der mit Unterstützung vom Land für ein Jahr beim Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrums (KAZ) tätig ist. Kooperiert hat er an der Uni mit dem Zentrum für Globale Migrationsstudien.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Juni montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr und sonnabends von 10 bis 18 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Zentrum, Heinrich-Düker-Weg 14, zu sehen.

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