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Göttingen Wegbereiter der Astrophysik
Campus Göttingen Wegbereiter der Astrophysik
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15:15 11.09.2016
Von Michael Caspar
Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

„Wer sich wie ich für Schwarze Löcher interessiert, stößt bald auf die Schwarzschild-Metrik, die Aussagen über dieses Phänomen macht“, berichtet der Hobby-Astronom und Ausstellungsmacher Adriaan Raap. Der Mitarbeiter der Firma Zeiss wollte mehr über Schwarzschild (1873-1916) wissen. „Er ist ein ungemein produktiver Wissenschaftler gewesen, der während seines nur 42 Jahre langen Lebens zahlreiche bahnbrechende Arbeiten in seinem Fach verfasst hat“, erfuhr Raap.

Fasziniert beschloss der gebürtige Niederländer, eine Biographie zu verfassen. Als Rapp im Jahr 2011 in Rente ging, besuchte er nach Göttingen. Hier lagern in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek 10 000 Briefe aus Schwarzschilds privater und wissenschaftlicher Korrespondenz. Schwarzschilds Sohn Martin hat sie der Bibliothek nach dem Tod seiner Mutter, einer gebürtigen Göttingerin, vermacht.

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Martin Schwarzschild hatte Deutschland aufgrund der jüdischen Abstammung der Familie in den 30er-Jahren verlassen und in den USA an der Universität Princeton als Professor für Astrophysik Karriere gemacht, weiß Raap. Der Biograf besuchte neben Göttingen auch andere Orte, an denen Schwarzschild gewirkt hat. So war er in Frankreich, wo der Astronom während des Ersten Weltkriegs als Leutnant diente.

Raap verfasste die Texte für die Ausstellungstafeln und beschaffte die Bilder. Unterstützung erhielt er von den Göttinger Astrophysikern Klaus Reinsch und Axel Wittmann. Johannes Mangei von der Unibibliothek beteiligte sich. Von der Zentralen Kustodie arbeitete Jan C. Watzlawik mit. In mehreren Vitrinen gibt es Geräte zu sehen, die einen Bezug zu Schwarzschild haben: etwa einen Sextanten und einen Kompass. Der Astrophysiker hat sie für die nächtliche Navigation von Heißluftballons entwickelt. Gebaut wurden sie von der Göttinger Firma Spindler und Hoyer (heute Qioptic).

Die Ausstellung „Karl Schwarzschild - Ein Wegbereiter der Astrophysik (1873-1916)“ ist bis zum 29. September montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr im Foyer der Fakultät für Physik, Friedrich-Hund-Platz 1, zu sehen.