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Göttingen Himalaya zum Anfassen
Campus Göttingen Himalaya zum Anfassen
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12:55 31.05.2017
Nils Schröder hat die Ausstellung realisiert. Quelle: MAH
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An dem heißen Dienstagnachmittag ist der Hörsaal an der Fakultät für Geowissenschaften und Geographie gut gefüllt. Viele Interessierte warten auf die Eröffnungsreden zu der Ausstellung „Digital High Asia“, die die Daten aus Forschungen Prof. Matthias Kuhles zeigt.

Dr. Sigrid Meiners hat jahrelang, bereits als Studentin, mit Kuhle zusammengearbeitet. Sie führt in die physisch-geographische Arbeit des Wissenschaftlers ein. Ihre Erläuterungen und die Darstellung seiner Ergebnisse von Forschungen im Bereich der eiszeitlichen Vergletscherungen Hochasiens waren durchzogen von persönlichen Anekdoten.

Kuhle hat rund 50 Expeditionen in seine Forschungsgebiete unternommen, zahlreiche bei Exkursionen mit Studenten. Bei einer am 25. April 2015 kam er bei einem durch Erdbeben verursachten Steinschlag ums Leben. „Prof. Kuhle war draußen im Gelände stets besser gelaunt, als auf dem Bürostuhl“, erzählt die Hamburg tätige Geographin Meiners. Im Publikum lachen einige wissend.

Mit Virtual-Reality-Brille über den Himalaya: Im Institut für Geowissenschaften ist das problemlos möglich.

Im Anschluss redet Dr. Miriam Wenner über ihre Forschungen in Mugu, einer Provinz im Norden von Nepal. Die eher humangeographisch ausgerichtete Expedition der Göttinger Geographin beschäftigt sich mit der Frage nach der Nahrungsabhängigkeit der abgelegenen Region. Projektkoordinator Nils Schröder hat einige schlaffreie Nächte hinter sich. Zunächst sollte das Projekt eine Art Computerdatenbank von Kuhles Erhebungen werden, das Universitätspräsidium schlug, in Rücksprache mit Kuhles Eherfrau, eine Ausstellung vor.

Noch bis kurz vor Beginn der Eröffnung bastelten Schröder und sein studentisches Projektteam nach eigenen Angaben an der Ausstellung. Das wird von Universitätsvizepräsident Prof. Norbert Lossau gewürdigt: „Die großformatigen Panoramen sind sehr eindrucksvoll. Durch die 3D-Aufnahmen gibt es den Himalaya zum Anfassen.“

Die Ausstellung führt in Kuhles Forschung ein und zeigt einige seiner Fotografien aus den Gebieten. Auf einem Bildschirm werden vier Dokumentationsfilme abgespielt. Das Highlight bleibt aber der Computer mit der 3D-Karte von dem Forschungsgebiet, in das Kuhles Fotografien eingearbeitet wurden. Mithilfe einer Virtual Reality-Brille kann der Besucher sich nach Hoch Asien begeben. Zwei Nepalesen fragen Schröder nach der Ausstellung. „Ihr könnt quasi nach Hause gehen, wann immer ihr wollt“, antwortet dieser. Die Virtual Reality-Brille macht es möglich. nho

„Digital High Asia“ im Geowissenschaftlichen Museum, Goldschmidtstraße 3, ist sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet (bis Ende 2017).