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Göttingen Forscherin aus Göttingen: Wie Licht und Krankheit zusammenhängen
Campus Göttingen

Auszeichnung für Forscherin der UMG Göttingen für Lupus-Forschung

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12:30 11.09.2020
Luise Erpenbeck, Forscherin an der UMG, wird für ihre Arbeit an der Krankheit Lupus ausgezeichnet. Quelle: r
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Göttingen

Wie hängen Lichtempfindlichkeit, Lupus-Erkrankungen und angeborene Fehler des Immunsystems zusammen? Für ihre Forschung zu dieser Frage ist PD Dr. Luise Erpenbeck, Ärztin in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universititätsmedizin Göttingen (UMG) mit einem Forschungspreis der Fondation La Roche-Posay ausgezeichnet worden. Das teilt die UMG mit. Dank ihrer Forschung könnte die Immunkrankheit künftig bei Betroffenen in Schach gehalten werden.

Sonnenlicht und sogar künstliches Licht können für Menschen mit Lupus erythematodes gefährlich werden. Bei dieser Autoimmunerkrankung gerät das Immunsystem außer Kontrolle und bildet Antikörper gegen körpereigene Strukturen – bekämpft sie also. Betroffene Patienten müssen daher damit umgehen, dass Licht die Erkrankung auslöst und verschlechtert.

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Licht führt dazu, dass der Körper sich selbst bekämpft

Der Mechanismus, der dieser Lichtempfindlichkeit zugrunde liegt, war bisher weitgehend unverstanden. Erpenbeck und ihrer Arbeitsgruppe gelang es nun nach Angaben der UMG, eine Verbindung zwischen der Lichtempfindlichkeit der Patienten und einer Fehlregulation des angeborenen Immunsystems aufzudecken.

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Die Erkenntnisse des Göttinger Forscherteams basieren auf dem Wissen, dass bei Patienten mit Lupus erythematodes die Bildung sogenannter NETs (Neutrophil Extracellular Traps) gestört oder erhöht ist. Bei der NET-Bildung werfen weiße Blutkörperchen ihr Erbgut wie eine Art Fischernetz aus, um darin Bakterien, Viren oder Pilze zu fangen – eine typische Reaktion bei Infektionen.

Passiert das allerdings – wie bei Lupus erythematodes – verstärkt und ohne eine Infektion oder werden die freigesetzten NETs nicht abgebaut, kann das Immunsystem Antikörper gegen eben diese NETs bilden. Der Körper beginnt dann, die eigenen weißen Blutkörperchen zu bekämpfen. Erpenbeck: „Wir haben herausgefunden, dass Licht unter bestimmten Bedingungen die weißen Blutkörperchen zu einer vermehrten NET-Bildung anregt.“

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Göttinger Forschung könnte Grundlage für Lupus-Therapien sein

Der Forschungspreis der Fondation La Roche-Posay ist mit 25 000 Euro dotiert und dient der Förderung junger Wissenschaftler auf der Suche nach innovativen Lösungen im Bereich der Dermatologie. „Dieser Forschungspreis ermöglicht es uns, weiter an diesem spannenden Thema zu arbeiten“, sagt Erpenbeck. Ihre Hoffnung: Zukünftig könnte es durch ein besseres Verständnis der Zusammenhänge möglich sein, Therapien für Lupus-Patienten zu entwickeln, mit denen Lichtempfindlichkeit und so die Erkrankung eingedämmt werden können.

Von Tammo Kohlwes