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Göttingen Lärm, Stau, Dreck auf Fahrbahnen: was dürfen Landwirte in der Erntezeit – und was nicht?
Campus Göttingen Lärm, Stau, Dreck auf Fahrbahnen: was dürfen Landwirte in der Erntezeit – und was nicht?
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10:21 24.08.2019
Die Maisernte steht noch bevor. Quelle: Thomas Meder
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Göttingen

„Die Getreideernte ist vorbei. In vier Wochen beginnt die Ernte von Maisund Zuckerrüben“, sagt Kreislandwirt Hubert Kellner. „Ähnlich wie die Mähdrescher machen auch die MaishäckslerLärm“, kündigt Achim Hübner an, der Geschäftsführer des Göttinger Landvolks. Das lasse sich nicht vermeiden, wenn 300 bis 500 PS starke Maschinen mit der Ernte kämpften.

Von 22 Uhr an herrscht Nachtruhe

„Die Landwirte sind wie andere Bürger auch an die Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 6 Uhr gebunden“, betont Jörg Arnecke, der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen. Die Ordnungsämter könnten allerdings Ausnahmegenehmigungen erteilen. „Wenn es sich um unaufschiebbare Erntearbeiten handelt, dürfen Bauern rund um die Uhr arbeiten“, ergänzt Hübner. Bei der Getreideernte ist das der Fall. Beim Mais enden die Arbeiten in der Regel um 22 Uhr. Im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten die Landwirte dagegen in der Hochphase der Zuckerrübenernte von Ende Oktober an. „Rücksichtsvolle Landwirte sind tagsüber in der Nähe von Ortschaften und nachts in der Feldmark tätig“, sagt Hübner.

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Ein anderer Streitpunkt sind Behinderungen im Verkehrs. „Die Trecker werden schneller, 40 bis 50 Kilometer in der Stunde sind heute üblich“ berichtet der Landvolk-Geschäftsführer. Doch auch eine solche Geschwindigkeit nervt eilige Autofahrer. „Ein rücksichtsvoller Landwirt fährt von Zeit zu Zeit rechts ran und lässt die Schlange vorbei“, sagt Hübner.

Warnung vor Blitzern

Kein Autofahrer sollte eine durchgezogene Linie einfach überfahren, warnt Polizeihauptkommissar Arnecke. Eine durchgezogene Linie dürfe nicht einmal teilweise überfahren werden. „In einigen Bereichen wird während der Erntezeit auch gezielt geblitzt“, hat Geschäftsführer Hübner beobachtet.

Beim Mais gibt es gemeinsame Erntevorbesprechungen der Landwirte mit der Polizei. Bauern werden unter anderem auf Baustellen und anstehende Sportereignisse hingewiesen. „Anders als beim Getreide lassen sich die Silagefahrten zu den Biogasanlagen gut koordinieren“, berichtet Hübner.

Landwirtschaftsfahrzeuge werden größer

Die landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge werden größer und wirken damit auf andere Verkehrsteilnehmer bedrohlicher, weiß der Landvolk-Geschäftsführer. In Kurvenbereichen kann es für den Gegenverkehr schon einmal eng werden. Die meisten der Fahrzeuge sind mit zweieinhalb Metern so breit wie Lkw. Mähdrescher und Maishäcksler können es auf drei Meter Breite bringen. Noch größere Fahrzeuge benötigen eine Sondergenehmigung der zuständigen Straßenverkehrsbehörden. „Rücksichtsvolle Landwirte werden insbesondere während des Berufsverkehr stark genutzte Straßen meiden“, versichert Hübner. Ihm ist aufgefallen, dass Autofahrer bei Überholmanövern die Länge landwirtschaftlicher Fahrzeuge und ihrer Anhänger unterschätzen.

Matsch vom Acker auf der Straße

Ein Problem ist insbesondere im Mündungsbereich von Feldwegen Matsch vom Acker auf der Straße. Manchmal geht zudem Erntegut verloren. Bei Nässe verwandeln sich verschmutzte Straßen in gefährliche Rutschbahnen, warnt Polizist Arnecke. Landwirte sind verpflichtet, Verschmutzungen unverzüglich zu reinigen und bis dahin zu kennzeichnen. In der Regel haben sie eine Kehrmaschine dabei. Der Dreck wird aber nicht immer völlig entfernt. Eine Herausforderung sind Wildschweinrotten, die mit der Maisernte ihren Lebensraum verloren haben und irritiert über die Straßen laufen, warnt Arnecke.

Von Michael Caspar

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