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Göttingen Psychiatrie-Forum bietet Austauschmöglichkeiten
Campus Göttingen Psychiatrie-Forum bietet Austauschmöglichkeiten
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15:00 23.09.2019
Psychische Erkrankungen können zur Isolation führen. Die will das Göttinger Psychiatrie-Forum durchbrechen. Quelle: dpa
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Göttingen

Die Bandbreite psychischer Erkrankungen ist groß, in Göttingen gibt es vielfältige- auch niedrigschwellige –Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Seit fast zwei Jahrzehnten können sich psychisch Kranke, ihre Angehörigen und psychiatrisch tätige Professionelle beim Göttinger Psychiatrie-Forum austauschen. Das Forum geht im Oktober in die 20. Stuhlkreis-Runde. An vier Dienstagabenden lautet die Devise „Einander zuhören, miteinander sprechen, voneinander lernen“.

Veranstaltungsort für die vier Gesprächsrunden ist der „Große Saal“ (Innenhof) der St. Michael-Gemeinde, Kurze Straße 13, in Göttingen, als Zeitfenster jeweils 17 bis 18.30 Uhr angesetzt. Der Besuch ist grundsätzlich kostenfrei. Der Untertitel der Veranstaltungsreihe der Initiative Göttinger Psychose-Seminar lautet: „Ein trialogischer Austausch über Erfahrungen mit psychiatrischen Erkrankungen – und mehr“. Gefördert wird das von der Ärztekammer Niedersachsen als Fortbildungsveranstaltung anerkannte Psychiatrie-Forum wieder von der AOK-Gesundheitskasse. Die Initiative Psychiatrie-Forum ist eine Arbeitsgruppe des Sozialpsychiatrischen Verbundes Göttingen.

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Isolation durchbrechen

Das 20. Psychiatrie-Forum startet am 8. Oktober mit dem Thema „Miteinander Reden über die Erkrankung“. Was macht das Sprechen über die Krankheit leicht oder schwer, möglich oder unmöglich? Um „Entwertung und Wertschätzung – Wie gehen wir bei psychischer Erkrankung miteinander um?“ geht es dann am 15. Oktober. Da psychische Erkrankungen auch zur Isolation führen können, dreht sich das Forum am 22. Oktober um Erfahrungen mit Einsamkeit, um Möglichkeiten, sie zu durchbrechen, um Hoffnungen und Befürchtungen.

Abgeschlossen wird die diesjährige Veranstaltungsreihe am 29. Oktober mit einem Blick nach vorn. „Die Zukunft mit psychischer Erkrankung“ soll an diesem Abend thematisiert und diskutiert werden – verlorene Möglichkeiten, neue Ziele und kleine Schritte. Zu allen vier Terminen gehört nach Impulsen durch die Vorbereitungsgruppe der Austausch in Tischgruppen.

Gespräche auf Augenhöhe

Angeregt wurde das Psychiatrie-Forum ursprünglich von der Angehörigengruppe psychisch Kranker, Premiere war im Herbst 2001. Seitdem geht es Jahr für Jahr um wechselseitiges Lernen im Trialog mit psychisch Erkrankten, ihren Angehörigen und Berufsgruppen aus der Psychiatrie. „Die Mitglieder dieser drei Expertengruppen konnten dabei ihren Horizont erweitern, da ihnen die Erfahrungen der jeweils anderen Perspektiven zur Verfügung gestellt wurden“, heißt es im Flyer : „So war es für Teilnehmende immer erkenntnisfördernd – aber immer auch anstrengend, lustig, ärgerlich, aufbauend, schmerzhaft, wegweisend, ehrlich, persönlich und vieles mehr.“ „Wir waren noch nie in Versuchung, es nicht wieder zu machen“, sagt der Sozialpädagoge Frank Müller-Gerstmaier, der von Anfang an dabei ist. Bei den Gesprächen „auf Augenhöhe“ sollten persönliche Erfahrungen und Subjektivität im Vordergrund stehen, das Recht auf eigene Gefühle und Akzeptanz berücksichtigt werden.

Zu den Wünschen und Zielen der Initiative gehören nicht nur gleichberechtigter Erfahrungsaustausch und Raum für subjektive Perspektiven. Als weitere Ziele werden genannt, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, Positionen von Angehörigen und Psychiatrie-Erfahrenen zu stärken, zur Auseinandersetzung zu ermutigen und sich auch künstlerisch-kreativ dem Thema psychische Erkrankung anzunähern. Die Ankündung des 20. Psychiatrie-Forums ist mit einem Kontaktaufruf verbunden. Bei der Vorbereitung und Durchführung weiterer Veranstaltungen ist vor allem die Unterstützung von Angehörigen gefragt.

Von Kuno Mahnkopf

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