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Göttingen Göttinger arbeiten seit 15 Jahren an „Jena-Experiment“ mit
Campus Göttingen Göttinger arbeiten seit 15 Jahren an „Jena-Experiment“ mit
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12:48 29.11.2017
Eine der Flächen mit kleinteiligen Parzellen des Jena-Experiments in der Nähe der Saale in Thüringen.
Eine der Flächen mit kleinteiligen Parzellen des Jena-Experiments in der Nähe der Saale in Thüringen. Quelle: r
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Göttingen

Seit 15 Jahren arbeiten Göttinger Wissenschaftler mit anderen Arbeitsgruppen an einem der größten Biodiversitätsexperimente weltweit mit. Im sogenannten „Jena-Experiment“ konnte erstmals bewiesen werden, dass ein Verlust der Artenvielfalt negative Folgen für viele Komponenten und Prozesse im Ökosystem hat.

Die Pressestelle der Universität Göttingen teilte mit, dass der Schwerpunkt des Experiments war zu erforschen, welche Auswirkungen der globale Artenverlust mit sich bringt und ob daraus eine Veränderung für Stoffkreisläufe in einem Ökosystem resultieren. In den Teilprojekten der Göttinger Wissenschaftler ging es um Bodenorganismen und das Bestäuben. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass mit wachsender Diversität von Pflanzen die Biomasse von Mikroorganismen im Boden zunimmt. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass durch Zersetzerorganismen im Boden der Ernteertrag steigt. Insgesamt haben die Forschungen ergeben, dass ein Verlust von Diversität von Pflanzen zu einem Verlust von Funktionen von Ökosystemen führt. Biodiversität bezeichnet die biologische Vielfalt in Bezug auf Arten und Ökosystemen. Dafür spielen sowohl Tiere oberhalb als auch unterhalb der Erde eine wesentliche Rolle, gab die Pressestelle der Universität an.

Seit 2002 setzten Arbeitsgruppen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden in 80000 Messungen um. Auf 500 Versuchsparzellen säten sie 60 unterschiedliche viele Pflanzenarten an. Neben Pflanzen untersuchten die Wissenschaftler auch alle anderen im Ökosystem vorkommenden Organismen und analysierten in den 15 Jahren die Stoffkreisläufe von Kohlenstoff, Stickstoff, Nitrat und Wasser. Da der Einfluss von Biodiversität erst im Laufe der Zeit sichtbar wird, ließen sich die Folgen erst nach vier oder fünf Jahren beobachten. Das Resultat der Forschungen ist, dass sich die Auswirkungen während des Experiments verstärken. In der 23. Ausgabe der Fachzeitschrift „Basic and Applied Ecology“ wurde ein 70-seitiger veröffentlichkeit, der eine erste Bilanz des Landzeitprojekts zieht. Das Thema lautet: „Biodiversity effects on ecosystem functioning in a 15-year grassland experiment: Patterns, mechanisms, and open questions.“, Weitere Informationen unter the-jena-experiment.de.

Von nla

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