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Göttingen Blick in ultraschnelle und ultrakleine Welt
Campus Göttingen Blick in ultraschnelle und ultrakleine Welt
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18:23 12.03.2009
Untersuchen Nanostrukturen: Professoren Claus Ropers, Sarah Köster und Tim Salditt (von links) im Labor der Forschergruppe von Köster, die biologische Systeme untersucht. Quelle: Hinzmann
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Mit Röntgenstrahlung wollen die Wissenschaftler dynamische Prozesse in Materie untersuchen. Dafür sollen zukunftsweisende Verfahren der zeitlich und räumlich hochaufgelösten Abbildung entwickelt werden. Über den aktuellen Stand dieser Forschung wird bei einem zweitägigen Symposium zur Eröffnung des Courant-Zentrums berichtet.

Das aus Mitteln der Exzellenzinitiative eingerichtete Zentrum wird von Prof. Tim Salditt koordiniert. Er ging in seiner Rede auf die Schlagwörter Tradition und Innovation des Zukunftskonzeptes der Universität ein. Die Physik-Forschung in Göttingen gehe zurück auf das Wirken von Carl Friedrich Gauß, Max Born, Peter Debye und Paul Scherrer sowie in der Röntgenphysik auf Günter Schmahl „als Pionier der Röntgen-Mikroskopie“. Bezogen auf das Schlagwort Innovation laute gegenwärtig das Ziel, durch kurzwellige Strahlung immer kleinere Strukturen auf der Nanometerskala sichtbar zu machen. Dabei sei eines der Ziele die linsenlose Abbildung mit Röntgenstrahlung, so Salditt

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Der Blick in Zellen bedeute, im Nanometerbereich zu untersuchen, erklärte Prof. Sarah Köster. In ihrer Nachwuchsgruppe werden biologische Systeme mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung untersucht. Dabei wird die „Mikrofluidik-Technik“ eingesetzt, um Prozesse in der Zelle zu messen, und mit anderen Techniken kombiniert. Ziel ist es, biologische Materie in Echtzeit abzubilden mit einer besseren Auflösungsgrenze als bisher. 

Elektronen auf Graphit

Ultraschnelle physikalische und chemische Prozesse auf kleinster Skala will die Nachwuchsgruppe von Prof. Claus Ropers erforschen. Er stellte Methoden vor, darunter die der Messung von Ausbreitung und Verweildauer von Elektronen auf Graphit. Ziel der Forschungsgruppen ist es, neue Einblicke in Nanostrukturen zu geben für Bio-, Polymer- und Festkörperphysik. 

Das eigene wissenschaftliche Interesse stehe im Mittelpunkt der neuen Forschungszentren, betonte Universitätspräsident Prof. Kurt von Figura. Neben den beiden Nachwuchsgruppen und Professoren der Fakultät für Physik sind Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie, des MPI für Dynamik und Selbstorganisation, des Leipziger Ostwald-Instituts für physikalische und theoretische Chemie sowie vom Laser Laboratium Göttingen beteiligt. Von Angela Brünjes