Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Bluthochdruckforschung: Wissenschaftler aus Göttingen ausgezeichnet
Campus Göttingen Bluthochdruckforschung: Wissenschaftler aus Göttingen ausgezeichnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:30 18.12.2019
Stolzer Preisträger: Manuel Wallbach (M.) wird von Manfred Grieger (r.) vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie ausgezeichnet. Klinikdirektor Gerhard Müller begleitete die Ehrung. Quelle: r
Anzeige
Göttingen

Eine Auszeichnung für Erkenntnisse auf dem Gebiet der Blutdruckforschung geht nach Göttingen: Dr. Manuel Wallbach, Oberarzt in der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie für seine Forschung zur Therapie von Bluthochdruckerkrankungen ausgezeichnet worden. Das teilte die UMG mit.

Der Preis

Mit dem „Preis für Hypertonieforschung“ fördert und prämiert die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie Wissenschaftler auf dem Gebiet der Hypertensiologie, also der Behandlung von Bluthochdruck, die sich mit der Diagnostik und Behandlung der Erkrankung beschäftigen. Der jährlich ausgeschriebene Preis wird während der Jahrestagung der Gesellschaft übergeben.

Anzeige

Der Preisträger

Wallbach beschäftige sich intensiv mit Fragen zur Diagnostik und Behandlung schwerer arterieller Hypertonie – zu deutsch: Bluthochdruck, heißt es in der Pressemitteilung. Ein Schwerpunkt seiner Forschungen liege dabei auf der Untersuchung von Folgeschäden für die inneren Organe bei Patienten mit therapieresistentem Bluthochdruck.

Kleine Fachwörterkunde

Hypertonie, Hypertensiologie, Nephrologie – in der Medizin gibt es viele Fachbegriffe, die oft zu allem Überfluss auch noch einander ähneln. Hier gibt es die verwendeten Fachbegriffe aus dem Bereich der Bluthochdruckforschung im Überblick kurz erklärt.

Hypertoniebedeutet zunächst einmal die Erhöhung eines Drucks über den Normalwert hinaus. In der Medizin kann Hypertonie etwa beim Hirndruck vorkommen – oder beim Blutdruck, was dann zum Beispiel als arterielle Hypertonie bezeichnet wird.

Hypertensiologieist die Behandlung von Bluthochdruck. Mit dem Begriff hat die Deutsche Hochdruckliga eine Bezeichnung dafür gefunden, die eine bestimmte Qualifikation von Ärzten bezeichnet, nämlich die Behandlung von Hypertonie.

Nephrologieumfasst unter anderem die Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen. Auch die Durchführung aller Blutreinigungsverfahren wie etwa einer Dialyse sowie die Betreuung von Patienten mit einer transplantierten Niere fallen in das Fachgebiet der Nephrologie.

Aus Sicht der Preis-Jury lieferte Wallbach mit seiner 2017 veröffentlichten Habilitation zum Thema „Organoprotektive Effekte der Barorezeptoraktivierungstherapie“ wichtige experimentelle und klinische Daten zu Effekten der Therapie bei Patienten, die an dieser Krankheit leiden. Mit seinen Arbeiten habe der Göttinger Forscher zeigen können, dass die Therapie bei dieser bestimmten Form des Bluthochdrucks sehr wirkungsvoll sein kann.

Die Erkrankung

Therapieresistente schwere arterielle Hypertonie ist eine Bluthochdruckerkrankung, die auch mit drei oder mehr Medikamenten nicht eingedämmt werden kann. Am Hochdruckzentrum der UMG beschäftigen sich die Wissenschaftler unter anderem mit der Frage, wie dieses Krankheitsbild zustande kommt und wie es sich durch Verfahren zur Unterdrückung des sympathischen Nervensystems beeinflussen lässt.

Die Therapie

Die UMG erklärt Barorezeptoraktivierungstherapie (BAT) so: Sie sei ein interventionelles Verfahren. Dabei reize ein implantierter Schrittmacher bestimmte Nervenenden im Bereich der Halsschlagader – die Barorezeptoren. Diese Rezeptoren spielten eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks. Die Aktivierung der Nervenenden senke den Erregungszustand des Nervensystems und trage so dazu bei, den Blutdruck des Patienten zu senken – ganz ohne Medikamente.

Das Zentrum

Das von der Deutschen Hochdruckliga zertifizierte Hochdruckzentrum der UMG hat laut Pressemitteilung mit mehr als 100 Patienten seit 2011 die weltweit größte Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit der BAT. Durch eine Zusammenarbeit des Zentrums mit anderen Teilbereichen der UMG könnten Patienten hier fächerübergreifend betreut werden. Auf diese Weise würden Forschung und Patientenbetreuung kombiniert.

Von Tammo Kohlwes

18.12.2019
Aktionsmesse in der Alten Mensa Göttingen - Kampf der Initiativen für eine bessere Welt
18.12.2019
Göttingen Draußen steht das Adelshaus - Benefiz-Lesung im Theater im OP
17.12.2019