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Göttingen Bridgeclub Göttingen-Uni feiert 30-Jähriges
Campus Göttingen Bridgeclub Göttingen-Uni feiert 30-Jähriges
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09:00 18.08.2019
Eine gepflegte Runde Bridge (v.l.): Klaus Spiegelberg, Fynn Bause, Jens Lunte und Jutta Steuber am Tisch. Im Hintergrund: Turnierleiter Volker Walther – mit einem Karten-Kunstwerk zum Vereinsgeburtstag. Quelle: Markus Riese
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Göttingen

Es gilt auch als „Schach der Kartenspiele“: Bridge ist für die Mitglieder des Bridgeclubs Göttingen-Uni nicht weniger als „das faszinierendste Kartenspiel der Welt“. Am 17. August feierten sie gemeinsam mit vielen ehemaligen Mitgliedern im Hotel „Berliner Hof“ das 30-jährige Bestehen des Clubs, der seit 2003 auch ein eingetragener Verein und seit einem Jahr außerdem gemeinnützig ist.

Neuer Schwung für die Göttinger Szene

Angefangen hatte alles Mitte der 80er-Jahre, insbesondere durch die Initiative von Prof. Uwe Rösler, damals Inhaber des Lehrstuhls Spieltheorie am Mathematischen Institut in Göttingen, der Bridge unbedingt an die Uni bringen wollte – und deshalb einen Bridge-Kurs ins Leben rief. Dieser stieß auf unerwartet große Resonanz. „Das brachte neuen Schwung in die Göttinger Szene, denn es gab damals schon einen alteingesessenen Bridgeclub in der Stadt“, berichtet Klaus Spiegelberg, heute 2. Vorsitzender und Sportwart des Clubs.

Erinnerungen an die Anfänge: Prof. Uwe Rösler. Quelle: Markus Riese

Der Nachwuchs aus der studentischen Szene etablierte sich schnell auf hohem sportlichen Niveau – und so gab es auch in den Folgejahren immer wieder ehrenamtlich Bridge-Unterricht im Rahmen des Hochschulsports. Wegen der ständigen Fluktuation der Studierenden kam Ende der 80er-Jahre die Idee auf, einen ordentlichen Club zu gründen, der auch Mitglied des deutschen Dachverbandes DBV werden sollte. „Dazu brauchten wir auch Spieler, die dauerhaft in Göttingen leben“, so Spiegelburg weiter. Also wurde Bridge an der Uni auch für Nicht-Studierende geöffnet. Schon 1989 fungierte der campusnahe „Berliner Hof“ als Vereinslokal.

Der Club wuchs, immer mehr Interessierte kamen dazu. Und so stiegen auch die sportlichen Ambitionen: Heute wird der Club, der momentan 57 Mitglieder zählt, durch vier Mannschaften sportlich vertreten – eine in der 3. Bundesliga, zwei in der Regionalliga und eine in der 1. Landesliga. Eine fünfte Mannschaft könnte bald noch hinzukommen.

Anekdoten und besondere Momente - hier lässt Klaus Spiegelberg ein kurioses Spiel Revue passieren. Quelle: Markus Riese

Das Sommerfest zum 30. Geburtstag nutzten viele ehemalige Mitglieder, die schon länger nicht mehr in Göttingen wohnen, für ein Wiedersehen mit alten Freunden – und eine Teilnahme an eigens hierzu vorbereiteten Jubiläums-Turnier. 36 Spieler fanden sich hierzu an den neun Tischen zusammen, gespielt wurden elf Runden mit jeweils zwei sogenannten Boards. Rund dreieinhalb Stunden waren dafür angesetzt worden.

Vorher blieb noch Zeit für Anekdoten aus 30 Jahren Clubgeschichte. Einige davon gab Norbert Kessler zum Besten, der heute im ostfriesischen Esens lebt. „Seit 20 Jahren bin ich nun nicht mehr in Göttingen, und der Bridgeclub ist schon etwas, das ich sehr vermisse“, betonte er am Sonnabend. Heute spiele er vornehmlich online Bridge.

Während Norbert Kessler aus Ostfriesland über seine ersten Bridge-Erlebnisse berichtet, laufen auf dem Fernseher Fotos aus der Clubgeschichte als Endlos-Schleife. Quelle: Markus Riese

Rückblick auf die Clubhistorie

Vereinsvorstand Gerhard Elsner blickte auf einige Höhepunkte der Vereinsgeschichte zurück. So sei 1998 die erste Homepage des Vereins online gegangen, seit 2008 betreibe man diese zusammen mit den anderen Göttinger Bridge-Clubs. „In all den Jahren haben sich die Clubs immer gegenseitig unterstützt“, so Elsner. Unterscheiden würden sie sich durch ihre Ambitionen: „Wir haben Spieler, die gern sportlich spielen“, erklärt Elsner den Anspruch des eigenen Clubs.

Zusammen mit dem Inner Wheel Club Göttingen seien zwischen 2005 und 2018 insgesamt 14 Benefiz-Turniere organisiert worden, die zusammen 20 000 Euro für wohltätige Zwecke eingebracht hätten. Von 2008 an sei der Südniedersachsen-Pokal, die spätere Stadtmeisterschaft, ausgespielt worden. Erfolgreich teilgenommen habe unter anderem 2009 an „Mission Olympic“ und 2016 am Landesturnfest. Mit Bridge-Clubs aus den Göttinger Partnerstädten habe es ebenfalls zeitweise einen regen Austausch gegeben.

Um Nachwuchs bemüht sich der Club mittlerweile wieder so wie in der Anfangszeit – durch regelmäßige Bridge-Kurse an der Uni: 14 Termine, einmal pro Woche, jeweils drei Stunden – danach sollen die Neulinge auf Club-Niveau spielen und an den wöchentlichen Bridge-Abenden problemlos teilnehmen können.

„Bridge ist kein Glücksspiel“

Im Gegensatz zu vielen anderen Kartenspielen, bei denen der Glücksfaktor eine oftmals entscheidende Rolle spielt, basiert Bridge vor allem auf Mathematik, Logik und der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten. „Es ist kein Glücksspiel“, da sind sich die Club-Vorsitzenden Gerhard Elsner und Klaus Spiegelberg sowie Turnierleiter Volker Walther absolut einig. Bridge gilt als das am weitesten verbreitete Kartenspiel, welches weltweit nach den gleichen Regeln gespielt wird. „Man kann sich in China, Ägypten oder Argentinien an einen Bridgetisch setzen und mitspielen, ohne auch nur ein Wort der Landessprache zu beherrschen“, beschreibt der Bridgeclub Göttingen-Uni auf seiner Internetseite. Gespielt wird mit vier Personen; je zwei sich gegenüber sitzende Spieler bilden eine Mannschaft. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Stiche zu machen. Ähnlich wie beim Skat wird zunächst gereizt und angesagt, danach werden die Karten ausgespielt. 1998 wurde Bridge vom Internationalen Olympischen Komittee als Sportart anerkannt – allerdings nicht als olympische Disziplin.

Wer Interesse hat, kann sich an Klaus Spiegelberg wenden, Telefon 05528 / 8663, E-Mail: klaus_spiegelberg@web.de. Nähere Infos und Ergebnisse im Internet: bridge-goettingen.de.

Gruppenbild vor dem Vereinslokal: Mitglieder und Ehemalige am „Berliner Hof“. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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