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Göttingen Britin erhält Jacob-Henle-Medaille der Universitätsmedizin Göttingen
Campus Göttingen Britin erhält Jacob-Henle-Medaille der Universitätsmedizin Göttingen
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14:30 12.07.2019
Die Britische Wissenschaftlerin Dame Frances M. Ashcroft erhält die Jacob-Henle-Medaille der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen. Quelle: Pförtner
Göttingen

Die Medaille, die höchste jährliche Auszeichnung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), wird der Autorin am Montag, 15. Juli, überreicht. Die Zoologin, Humangenetikerin und Physiologin vom Department of Physiology, Anatomy and Genetics der Universität Oxford, erhält die Auszeichnung des Jahres 2018, so UMG-Pressesprecher Stefan Weller.

„Gewürdigt werden zudem ihr außerordentliches Engagement für eine fachübergreifende und allgemeinverständliche Wissenschafts-Kommunikation sowie ihr besonderer Einsatz“ als Mentorin für junge Wissenschaftler. Ashcroft habe sich insbesondere am Göttingen Campus in den Scientific Advisory Boards des European Neuroscience Institutes Göttingen (ENI-G) und des Max-Planck-Institutes für Experimentelle Medizin engagiert, so Weller.

Jacob Henle: Beitrag zur Erforschung der Nebennierenrinde

Die Jacob-Henle-Medaille wird von der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen seit 1988 jährlich für herausragende, medizinisch bedeutende wissenschaftliche Leistungen vergeben, so Weller. Mit der Verleihung der Medaille erinnert die Medizinische Fakultät an den Göttinger Anatomen und Physiologen Friedrich Gustav Jacob Henle (1809 bis 1885). Er habe einen entscheidenden Beitrag zur Anatomie, Histologie und Pathologie der Nebennierenrinde geleistet.

Vortrag über Stoffwechsel und Insulinausschüttung

Die feierliche Verleihung der Medaille beginnt am Montag im Hörsaal 55 des Universitätsklinikums, Robert-Koch-Straße 40, um 14 Uhr. Die Laudatio spricht Prof. Blanche Schwappach, Forschungsdekanin der Medizinischen Fakultät und Direktorin des Instituts für Molekularbiologie der UMG. Den Festvortrag hält die Preisträgerin zum Thema „Sweetness and Light – Metabolic regulation of insulin secretion in health and diabetes“. In ihrem Vortrag spreche sie über die Beziehung zwischen Stoffwechsel und Insulinausschüttung – „wie das eine das andere reguliert und wo es im diabetischen Zustand zu Entkopplungen kommt“.

Ashcroft (geboren 1952) habe maßgeblich dazu beigetragen, die elektrische Kontrolle bei der Insulin-Sekretion aufzuklären, betont Weller. Sie habe zudem wissenschaftliche Grundlagen dafür geschaffen, die Rolle der an der Hormonausschüttung beteiligten Ionenkanäle und die damit verbundenen Krankheitsbilder zu klären.

Forschung ermöglicht bessere Therapie für einige Hundert Patienten

Auf Grundlage dieser Forschungserkenntnisse sei es möglich gewesen, einige Hundert Patienten mit einer angeborenen Form von Diabetes besser therapieren zu können. Darüber hinaus beschäftige sich Ashcroft in ihren Studien mit Genprodukten, die bei der Entstehung von Fettleibigkeit oder Typ II-Diabetes eine Rolle spielten, so Weller.

So hätten neuere Studien „grundlegende Erkenntnisse über die Bedeutung von Enzymen bei Fettleibigkeit, wie der Demethylase FTO und der Nicotinamid-Nucleotid-Transhydrogenase erbracht“.

“Leidenschaftliche Botschafterin der Wissenschaft“

Neben ihrer Forschungsarbeit sei die Preisträgerin „als leidenschaftliche und mitreißende Botschafterin der Wissenschaft unterwegs“, so Weller. „Sie ist Autorin mehrerer Fach- und populärwissenschaftlicher Bücher zur Physiologie von extremen Umweltbedingungen sowie zu Ionenkanälen und den mit ihnen in Verbindung stehenden Krankheiten.“ Eines dieser Bücher, das 2002 unter dem Titel „Am Limit. Leben und Überleben in Extremsituationen“ auf Deutsch erschienen ist, habe internationalen Bestseller-Status erreicht.

Ashcroft habe in ihrem Labor zahlreiche Schüler ausgebildet und geprägt, die ihre Begeisterung und ihr Engagement für die Wissenschaft weitertragen würden.

Von Stefan Kirchhoff

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