Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Bündnis demonstriert für bessere Finanzierung des Studentenwerks
Campus Göttingen Bündnis demonstriert für bessere Finanzierung des Studentenwerks
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 24.06.2019
Die Sprecherin des Ro-Ko-Wohnheims, Annika Weise, spricht über die dringend nötigen Renovierungsarbeiten in dem Wohnheim. Quelle: Peter Heller
Anzeige
Göttingen

Vor dem Hintergrund der angekündigten Erhöhung des Semesterbeitrags und weiterer Mieterhöhungen in den Wohnheimen hatte ein Bündnis zur Kundgebung aufgerufen. Zum Bündnis gegen die Unterfinanzierung der Studierendenwerke durch das Land Niedersachsen gehören unter anderem die Hochschulgruppen der Grünen und der Jusos, die Alternative Linke Liste, die Verdi-Jugend, mehrere Fachschaftsräte, Basisgruppen und Vertreter der Studierendenwohnheime.

Kundgebung: Mehr Geld fürs Studentenwerk

Das Studentenwerk Göttingen muss wegen der außerplanmäßigen Sanierungen weitere Kredite aufzunehmen – und den Studentenwerksbeitrag für Studierende zu erhöhen. Im Sommersemester soll der bisherige Beitrag von 77 Euro auf 97 Euro steigen, in den zwei folgenden Semestern jeweils um weitere fünf Euro. Außerdem sollen die Mieten pro Wohnheimplatz ab Januar 2020 um zehn Euro steigen und das Mensaangebot soll etwas teurer werden. Am Montag sollten die Erhöhungen für die Studierenden dem Stiftungsrat vorgelegt werden.

Land entzieht sich der Verantwortung

Ständig mehr Geld für das Studentenwerk, mehr Miete in den Wohnheimen, mehr fürs Essen in der Mensa. „Wir bezahlen alles und das Land Niedersachsen schafft nichts“, beklagte Aljosha Dalkner von der Juso-Hochschulgruppe. Seit Jahren spare das Land Niedersachsen bei den Studierendenwerken. Göttingen etwa leide unter dem Altbestand der Wohnheime, die dringend saniert werden müssen. Das Land habe sich der Verantwortung für die sozialen Grundlagen des Studiums entzogen.

„Wir fordern jetzt ein Programm für die Wohnheime.“ Die Botschaft an den niedersächsischen Wissenschaftsminister Björn Thümler sei: „Her mit der Kohle, sonst gibt es Stress“, sagte Dalkner unter dem Applaus der Anwesenden. Bis zum Herbst, wenn der Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet werde, wolle man den Druck erhöhen und möglichst viele Leute bewegen, gemeinsam für Bildung für alle zu kämpfen, so Dalkner.

Die Forderungen des Bündnisses seien 150 Millionen Soforthilfe für Sanierung und Neubau von Wohnheimen der Studentenwerke in Niedersachsen, Erhöhung des Landeszuschusses für Studierendenwerke um 25 Prozent und eine automatische Erhöhung des Landeszuschusses um drei Prozent. Das seien die Forderungen damit auch kommende Generationen auf festem Fundament studieren können, so Paul Rouven Kiel, Heimsprecher des Studentenwohnheims Christopherusweg 12.

Faustgroße Löcher in der Wasserleitung

Die Kosten für einen Platz im Wohnheim sollten auf Sozialwohnungsniveau sein, damit die Studierenden eine Sorge weniger im Studium hätten und das Studium weiterhin für alle möglich sei. Viele Studierende seien auf günstigen Wohnraum, gute und bezahlbare Verpflegungs- und Beratungsangebote angewiesen.

Von faustgroßen Löchern in den Abwasserleitungen erzählte Ro-Ko-Wohnheimsprecherin Annika Weise. „2020 soll die Sanierung des Robert-Koch-Wohnheims starten.“ Sie freue sich darauf und danke dem Studentenwerk für die Sanierung. Mindestens 15 Millionen muss das Studentenwerk für die Sanierung des Komplexes ausgeben. Deswegen werde ein Platz im Wohnheim dann auch 60 Euro teurer, bei Kosten von 200 bis 400 Euro je nach Zimmer oder Wohnung sei das für viele Studierende nicht mehr zu finanzieren.

Einnahmen des Studentenwerkes

13,2 Prozent der Einnahmen des Studentenwerks Göttingen stammen momentan aus dem Beitrag der Studierenden. 4,89 Millionen Euro haben die Studierenden damit zum Haushalt des Studentenwerks 2018 beigetragen. Den Großteil der Finanzierung, nämlich 77 Prozent, erwirtschaftet das Studentenwerk selbst. Die Gewinne kommen aus dem Verkauf von Essen und Getränken in den Mensen, Mieterlösen aus den Wohnheimen, Kostenerstattungen für die Studienfinanzierung und Zuwendungen für Kindertagesstätten.

Aktuell kommen 9,8 Prozent der Einnahmen aus der Finanzhilfe des Landes Niedersachsen. „Alle fünf Studentenwerke in Niedersachsen bekommen 16,3 Millionen Euro“, so Saleh. Beim Studentenwerk Göttingen sind im vergangenen Jahr 3,63 Millionen Euro aus dieser Förderung eingegangen. Dieser Betrag für die Studentenwerke wurde seit 2014 nicht mehr angepasst. chb

Von Christiane Böhm

Göttingen Interkulturelle Germanistik - Live-Übersetzung chinesischer Gedichte

Der Autor Zhou Linong ist Artist in Residence in der Interkulturellen Germanistik der Universität Göttingen. Am Dienstag plant die Abteilung eine Live-Übersetzung eines Gedichts des chinesischen Querdenkers.

22.06.2019

Gegen Beitrags- und Mieterhöhungen des Göttinger Studentenwerks macht das Bündnis SOS Studiwerk mobil und das Land verantwortlich. Am Montag ist eine Kundgebung vor der Zentralmensa geplant .

22.06.2019

Die Digitalisierung bietet viele Chancen für die Biowissenschaften – ob es um Tumore oder Stammzellen geht. Von landesweit 16 Forschungsprojekten, die gefördert werden, sind vier in Göttingen angesiedelt.

21.06.2019