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Göttingen Forscher aus Göttingen wollen wissenschaftliche Vielfalt schützen
Campus Göttingen Forscher aus Göttingen wollen wissenschaftliche Vielfalt schützen
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10:00 14.06.2020
Einen Aufruf zum Erhalt der wissenschaftlichen Vielfalt haben Forscher der Uni Göttingen unterzeichnet. Quelle: picturealliance
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Göttingen

Einen Aufruf zum Schutz wissenschaftlicher Vielfalt haben Forscher aus verschiedenen Ländern in der Fachzeitschrift „Nature Ecology and Evolution“ veröffentlicht. Darin weisen sie auf die schwierige Situation vieler Wissenschaftler in der Corona-Krise, aber auch auf ohnehin bestehende Probleme hin. An dem Aufruf haben sich Wissenschaftler aus Göttingen beteiligt. Das teilt die Universität in einer Meldung mit.

Wegen der Corona-Pandemie, heißt es, stünden Wissenschaftler auf der ganzen Welt vor neuen Herausforderungen. Sie müssten Forschung und Lehre neu ausrichten, unterbrechen oder ganz ausfallen lassen. In der aktuellen Situation seien besonders Wissenschaftler betroffen, die auf befristete Einkommen oder Genehmigungen angewiesen sind, Verantwortung für Verwaltung oder Familienpflege tragen oder benachteiligten Gesellschaftsgruppen angehören. Zum Beispiel verdienten Frauen in der Forschung noch immer 17 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

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Internationale Probleme brauchen internationale Lösungen

Vor allem aber treibt die Forscher die Sorge um die wissenschaftliche Vielfalt um. „Die Krise gefährdet nicht nur viele wissenschaftliche Stellen und internationale Kooperationen, sondern auch die Vielfalt, die Forschung nachweislich produktiver, innovativer und effizienter macht“, so Carolina Ocampo-Ariza von der Abteilung Agrarökologie der Uni Göttingen. Vielfalt, Gleichberechtigung und Eingliederung förderten innovative Perspektiven, die ebenso international seien wie die Umweltprobleme und Herausforderungen der heutigen Zeit.

Ocampo-Arizas Kollegin Bea Maas betont, es erfordere mutiges Handeln der gesamten Wissenschaftsgemeinschaft, um Lösungen für Bedrohungen wie den globalen Klimawandel und das Artensterben zu entwickeln. Auch deshalb sei es entscheidend, die Vielfalt der Forschung aktiv zu schützen. Die Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte müssten nun durch gezielte Förderungen und erhöhte Staatshilfen abgesichert werden.

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Von Tammo Kohlwes

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