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Corona: Umfrage der PFH Göttingen zu Belastungen bei psychischen Erkrankungen

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19:00 13.12.2020
Wie belastend sind Maßnahmen während der Pandemie? Die PFH Göttingen startet eine Online-Umfrage. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Wissenschaftler der Privaten Hochschule Göttingen (PFH) wollen in einer weiteren Online-Studie untersuchen, wie tiefgreifend die Belastungen durch Maßnahmen sind, die gesellschaftliches Leben während der Pandemie stark einschränken. Untersucht werden soll zudem, wie sich dieser Belastungsgrad bei psychischen Erkrankungen seit dem Frühsommer verändert hat. In einer Studie von April bis Juni hatten Teilnehmer über „schwere depressive Symptombelastungen“ berichtet, teilt die PFH-Pressestelle mit.

Die untersuchte Stichprobe einer internationalen Studie unter Leitung der PFH zur Entwicklung von Depressionen, Angst- und Essstörungen hätte ergeben, dass die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung bei Depressivität die schweren Symptombelastungen verfünffacht hätten, so die PFH. Jetzt solle eine erneute, wissenschaftlich fundierte zwanzigminütige Online-Umfrage mehr Klarheit bringen.

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Neue Studie soll weitere Erkenntnisse liefern

„Wir erhoffen uns durch die Studie weitere Erkenntnisse darüber, inwiefern die bundesweiten Maßnahmen die Entwicklung psychischer Krankheiten über einen Zeitraum hinweg beeinflussen“, wird Prof. Dr. Youssef Shiban, Leiter des internationalen Forschungsprojekts und Professor für Klinische Psychologie an der PFH, in der Mitteilung zitiert.

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Die Ergebnisse des ersten Untersuchungszeitraums hätten auch gezeigt, dass vor allem junge Menschen von den Folgen des Lockdowns betroffen gewesen waren. Noch sei offen, ob die Belastungen durch den erneuten Teillockdown und fortbestehende Kontaktbeschränkungen weiter zugenommen hätten oder nicht, so Shiban. An der zweiten Umfrage könnten Freiwillige teilnehmen, die das 18. Lebensjahr vollendet hätten.

Maßnahmen erhöhen Wahrscheinlichkeit verstärkter Belastung

Die Befunde der ersten Studie hätten deutlich gemacht, „dass die aktuellen Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit einer verstärkten Belastung insbesondere bei schweren Symptomen erhöhen“, so Shiban. Zwar hätte die Studie keine Aussagen über Diagnosen liefern können, sondern lediglich über Symptombelastungen, heißt es in der Mitteilung. Doch laut Shiban belegten vergangene Forschungsergebnisse, dass nicht-klinische Symptome einen erheblichen Risikofaktor für die Entstehung psychischer Krankheiten darstellen würden.

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Die Umfrage ist auf der Webseite der PFH verfügbar. Die Bearbeitungszeit betrage etwa 20 Minuten, so die PFH. Shiban weist darauf hin, dass diese Umfrage den vorigen Umfragen sehr ähnele, „sodass sie dem ein oder anderen bekannt vorkommen wird. Dies sollte jedoch niemanden zurückschrecken, da es unser Ziel ist, die gleichen Informationen zu verschiedenen Zeitpunkten zu erheben“.

Von Stefan Kirchhoff