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Göttingen Corona-Virus: Göttinger Angstforscher warnt vor Panikmache
Campus Göttingen Corona-Virus: Göttinger Angstforscher warnt vor Panikmache
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13:19 27.02.2020
Der Göttinger Angstforscher und Psychiater Borwin Bandelow sieht im Umgang mit dem Corona-Virus eher ein Problem in überzogenen Gegenmaßnahmen. (Symbolbild) Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Göttingen

„Wir hatten ähnliche Fälle mit der Vogelgrippe oder dem viel gefährlicheren Sars-Virus“, sagte Bandelow am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Immer wenn eine neue Gefahr auftauche, erwüchsen für einen gewissen Zeitraum Ängste. Menschen gewöhnten sich aber an neue Situationen.

Die Angst vor der Ausbreitung und Ansteckung sei nicht ganz unberechtigt oder irrational, sagte der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen. Menschen seien bereits daran gestorben, und Corona scheine gefährlicher als ein Grippevirus zu sein. Auf der anderen Seite seien bei der großen Grippewelle 2017 und 2018 rund 25.000 Menschen gestorben. „Und das stecken wir weg, weil wir gelernt haben, dass das zum Leben dazu gehört.“ Menschen nutzten weiterhin Autobahnen, auch wenn sie um die möglichen Gefahren des Straßenverkehrs wüssten, sagte Bandelow.

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Menschen hin- und hergerissen zwischen Informationen

Bei Vorfällen wie einem Terroranschlag oder der Atomreaktor-Katastrophe von Fukushima gebe es die Regel, dass nach etwa vier Wochen die mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit trotz weiterhin bestehender Gefahren nachlasse. Während einige Medien mit ihrer Berichterstattung Panik schürten, versuchten andere zu beruhigen. „Die Menschen sind dann schlicht hin- und hergerissen zwischen unterschiedlichen Informationen.“

Die Infektionswelle habe sich jedoch jetzt erst von Asien nach Europa und Deutschland ausgebreitet, so dass das Corona-Virus in der Wahrnehmung noch länger als Gefahr präsent sein werde, sagte der Wissenschaftler. „Man ist besorgter, je näher die Situation emotional und räumlich an einem dran ist.“

Behörden, das Gesundheitsministerium und die Medien sollten vorsichtig und sachlich mit Maßnahmen gegen die Ausbreitung umgehen, ohne gleichzeitig die Situation herunterzuspielen, mahnte Bandelow. „Mitunter wollen Verantwortliche nicht tatenlos abwarten, so dass Überreaktionen programmiert sind.“ Der Göttinger Wissenschaftler zählt zu den führenden Angstforschern in Deutschland.

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Von epd