Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen DFB-Sportpsychologe Hermann spricht im Uniklinikum
Campus Göttingen DFB-Sportpsychologe Hermann spricht im Uniklinikum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:09 13.05.2019
Unterhaltsam und eindringlich: Prof. Hans-Dieter Hermann spricht in der Universitätsmedizin. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Anzeige
Göttingen

Der DFB-Sportpsychologe referierte beim 1. Symposium des Betrieblichen Gesundheitsmanagements der UMG.

„Was kann Spitzenmedizin vom Spitzensport übernehmen?“ war das Thema des Psychologen und ein Schwerpunkt waren dabei die Grundlagen für eine gesunde Führung. Seine ersten beiden Beispiele waren dann auch –wer sonst – der ehemalige Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und der amtierende Jogi Löw. Er sei unheimlich dankbar, dass Klinsmann ihn zum DFB geholt habe: „Ein großes Glück“. Klinsmann habe mit emotionaler Bindung, Motivation und Begeisterung geführt. Immer nach dem Motto „Alle mir nach“, so Hermann. Löw führe durch Vertrauen.

Ambitionierte Ziele

Hermann liefert an diesem Nachmittag viele Beispiele aus dem Spitzensport. Etwa von dem österreichischen Skifahrer, der sich noch im Starthäuschen mit einer rap-mäßigen, skurrilen Rede motiviert. Zählt auf, was es aus der Sicht des Psychologen braucht, um erfolgreich zu sein. Ganz wichtig sei dabei immer auch die eigene Motivation. „Dass ich das, was ich tue, wirklich gern tue. Und mir dann ambitionierte Ziele setze, meine Vorleistungen übertreffen will.“

Auch das „Führungsthema“ geht er ebenso unterhaltsam wie eindringlich an. Mehrere Bereiche definiert er für „gesundes Führen“. Zum einen sei dies Sinn, den eine Führungspersönlichkeit den Mitarbeitern als Motivation geben müsse. Mitarbeiter möchten spüren und hören, „hier bist du richtig, hier will man dich haben.“ Erlebte Sinnhaftigkeit, nennt Hermann das. Ein anderer Bereich sei beispielsweise die emotionale Unterstützung der Mitarbeiter. „Mal fragen, kann ich was tun“, sich kümmern.

Mit einem Ausflug in die Philosophie macht er seinen Zuhörern deutlich, dass ein großer Teil der Welt im Kopf entsteht. Beispielsweise, ob wir eine Situation als bedrohlich erleben, Ängste entwickeln, ob unsere Ressourcen reichen, um die Situation zu bewältigen. Oder ob wir zuversichtlich sind. Als Führungskraft sei es wichtig den Mitarbeitern zu signalisieren, „das kriegen wir hin, ich hab da eine Idee“. Wenn Menschen so richtig unter Druck stehen, brauchen sie andere Menschen, gute Beziehungen, um zu bestehen, ergänzt Hermann.

Soziale Unterstützung

Er gibt dafür wieder Beispiele aus dem Sport. Zeigt Statistiken über zwei Fußballspiele, Ballbesitz, Flanken, gewonnene Zweikämpfe. Beides sind Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, das eine mit dem statistisch hervorragenden Werten hat das Team verloren, das mit den schlechteren Werten gewonnen. Das zeige, wie wichtig das Funktionieren des Teams sei, die soziale Unterstützung. Der Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick habe ihm mal gesagt, so richtig kritisiere er nach einem Spiel nur den Spieler, der den Fehler eines anderen nicht ausgeglichen hat, obwohl er dazu in der Lage gewesen wäre.

Und zu guter Letzt: wo tankt die gute Führungspersönlichkeit selber auf? In einer Gegenwelt, sagt Hermann. Es sei wichtig etwas zu haben, „was Spaß macht, wo sie nichts erreichen wollen und die Zeit wie im Flug vergeht“. Handlungsorientiert solle das sein, nicht Zielorientiert. Gartenarbeit, Wandern, Sport, Musik. Hauptsache nicht schon wieder kompetitiv, nicht im Wettbewerb. Und es müsse auch nicht immer etwas Neues sein.

Von Christiane Böhm

3,2 Millionen Euro fließen an die Universität Göttingen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Graduiertenkolleg in der Reinen Mathematik. Das Geld soll Promotionen in Fourieranalysis und Spektraltheorie zugutekommen – Kernbereichen der mathematischen Forschung.

14.05.2019

Es ist bereits die 15. Übersetzung: Das Glossar EwaGlos der Fachterminologie der Konservierung und Restaurierung ist jetzt auch auf Persisch verfügbar. Es erscheint seit 2015 – unter Leitung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK).

13.05.2019

Bachelorstudenten im Projekt Forschungsorientiertes Lehren und Lernen (FoLL) der Universität Göttingen stellen am 15. Mai ihre Forschungsarbeiten vor. Beginn der öffentlichen Veranstaltung am Mittwoch, 15. Mai, in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz ist um 18 Uhr.

13.05.2019