Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen 3,2 Millionen Euro für Uni Göttingen: DFG fördert neues Graduiertenkolleg
Campus Göttingen 3,2 Millionen Euro für Uni Göttingen: DFG fördert neues Graduiertenkolleg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:18 14.05.2019
Ausgangspunkt der Fourieranalysis ist die Untersuchung periodischer Wellensignale. Dabei werden die Beiträge der verschiedenen Frequenzen herausgefiltert. Quelle: Schick
Anzeige
Göttingen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Universität Göttingen ein neues Graduiertenkolleg in der Reinen Mathematik. Zehn Promovierende und ein Nachwuchswissenschaftler sollen damit eine Förderung für ihre strukturierte Ausbildung in einem Kerngebiet der Reinen Mathematik erhalten.

Nach Auskunft der Uni Göttingen ist das Graduiertenkolleg (GRK) eine Initiative des Mathematischen Instituts der Universität Göttingen mit Beteiligung eines Wissenschaftlers der Universität Hannover. Die DFG fördert das Kolleg ab Oktober zunächst viereinhalb Jahre lang mit insgesamt gut 3,2 Millionen Euro.

Fourieranalysis und Spektraltheorie

In dem geförderten Graduiertenkolleg sollen die so genannten Fourieranalysis und Spektraltheorie als Methoden eingesetzt werden, um Fragen der mathematischen Physik, der Topologie, der Geometrie und der Zahlentheorie in einem gemeinsamen Rahmen zu untersuchen, heißt es in einer Mitteilung der Uni. Sie hätten ihre Wurzeln in der Physik, wo sie der optischen und akustischen Signalanalyse dienten. Die zugrunde liegende mathematische Theorie gehöre zwar zum Bereich der Analysis, habe aber „vielfältigste Verknüpfungen“ in fast alle Bereiche der Reinen Mathematik – bis hin zur Zahlentheorie, wo sie der bis heute ungelösten Riemannschen Vermutung über die Verteilung von Primzahlen unter allen ganzen Zahlen zugrunde liege.

GRK-Sprecher Prof. Thomas Schick vom Mathematischen Institut Quelle: R

„Es handelt sich hier um einen Kernbereich der mathematischen Forschung mit zahlreichen aktuellen Entwicklungen, bei denen ganz verschiedene mathematische Disziplinen interagieren und sich gegenseitig befruchten“, sagte GRK-Sprecher Prof. Thomas Schick vom Mathematischen Institut.

„Blick über den Tellerrand“

Der Fokus auf gemeinsame Methoden erleichtere es den Promovierenden, die speziellen Kenntnisse, die sie zur Bearbeitung ihres Dissertationsthemas erwerben, auf andere Teilgebiete der Mathematik zu übertragen. „Unser besonderes Augenmerk liegt darauf, dass alle Beteiligten in größeren Zusammenhängen denken und den Blick über den Tellerrand wagen“, stellt Schick heraus. „So erhoffen wir uns besondere und überraschende Fortschritte in den anvisierten Forschungsfragen.“ Zudem würden die Promovierenden durch das GRK „in einem Kernbereich der Mathematik ausgebildet und auf interdisziplinäre Zusammenarbeit vorbereitet“, ergänzt Prof. Ingo Witt, Direktor des Mathematischen Instituts.

Integration in Graduiertenschule

Das GRK fördert nach Angaben der Uni den internationalen Austausch der Studierenden im europäischen und außereuropäischen Raum durch Workshops, ein umfangreiches Gästeprogramm und ausgedehnte Aufenthalte in kooperierenden Arbeitsgruppen. Das Programm des GRK ist in die naturwissenschaftliche Graduiertenschule Göttingen Graduate School of Science (GAUSS) der Universität integriert.

Wer gibt Geld für die Forschung?

Die Universität Göttingen hat im Jahr 2017 220, 8 Millionen Euro für die Forschung von Drittfinanzierern erhalten, dies geht aus einer Übersicht auf der Internetseite der Uni hervor. Der Hauptanteil der Summe stammt dabei von der DFG. Sie gab im Jahr 2017 77,9 Millionen Euro. An zweiter Stelle der größten Geldgeber der Georg-August-Universität steht der Bund mit 36,8 Millionen Euro. Dieses Geld stammt aus verschiedenen Ministerien. Hier sind unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Ministerium für Umwelt und Naturschutz sowie das Ministerium für Wirtschaft und Energie zu nennen. Aus Fördertöpfen der Europäischen Union (EU) flossen 2017 13, 7 Millionen Euro. Aus Auftragsforschungen bekam die Uni 3, 6 Millionen Euro. Vom Deutschen Akademischen Außendienst und weiteren Unterstützern erhielt sie insgesamt 29, 5 Millionen Euro. In den Summen sind jeweils auch die Anteile, die die Universitätsmedizin erhalten hat, enthalten. Zur Veröffentlichung der Zahlen auf ihrer Internetseite sind deutsche Unis nach Angaben von Romas Bielke, Pressesprecher, der Uni Göttingen, gesetzlich verpflichtet.

An der Leibniz-Universität in Hannover betrug die Unterstützung für Forschung im Jahr 2018 113, 3 Millionen Euro. 48, 1 Millionen Euro davon kamen von der DFG. Der Bund gab nach Hannover 36,9 Millionen Euro. Aus Auftragsforschung erhielt die Universität 10, 2 Millionen Euro. Aus der Forschungsunterstützung durch die EU kamen 5, 1 Millionen Euro. Weitere 11, 3 Millionen Euro flossen von weiteren Drittmittelgebern in die niedersächsische Landeshauptstadt. Für die Universität Hildesheim gibt es keine allgemeine Auflistung der Fördersummen. Hier sind diese mit den jeweils geförderten Forschungsprojekten verbunden. Zu den Forschungsförderern gehören dort unter anderem die EU, der Bund, die Volkswagen Stiftung und die DFG.

Die Universität Kassel hatte im Vorjahr 60,5 Millionen Euro an sogenannten Drittmitteln. Der Großteil stammte mit 25, 1 Millionen Euro vom Bund. 6,3 Millionen Euro von der DFG, 2,5 Millionen Euro kommen von der EU, 1, 4 Millionen Euro vom Land Hessen und 8, 5 Millionen Euro gibt die Industrie der Universität für Forschungsaufträge. ve

Von mib

Es ist bereits die 15. Übersetzung: Das Glossar EwaGlos der Fachterminologie der Konservierung und Restaurierung ist jetzt auch auf Persisch verfügbar. Es erscheint seit 2015 – unter Leitung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK).

13.05.2019

Bachelorstudenten im Projekt Forschungsorientiertes Lehren und Lernen (FoLL) der Universität Göttingen stellen am 15. Mai ihre Forschungsarbeiten vor. Beginn der öffentlichen Veranstaltung am Mittwoch, 15. Mai, in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz ist um 18 Uhr.

13.05.2019

Wichtiges Thema auf der Bundestagung der Fachschaften für Agrarwissenschaften in Göttingen: Öffentlichkeitsarbeit. Das Bild, das die Gesellschaft von Landwirten hat, möchten die Studierenden verändern.

14.05.2019