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Göttingen Die Vielfalt des Federviehs
Campus Göttingen Die Vielfalt des Federviehs
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10:00 22.07.2019
Wissenschaftler sammeln DNA von 174 Hühnerrassen. Quelle: dpa
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Göttingen

Huhn ist nicht gleich Huhn. Es gibt große Brahma-Hühner und kleine Zwerg-Wyandotten. Nicht nur Geflügelzüchter interessieren sich sich für die Vielfalt des Federviehs. Auch die Wissenschaft. Ein internationales Forscherteam hat jetzt eine öffentliche Datensammlung mit Hühnerrassen erarbeitet, federführend sind Göttinger Wissenschaftler.

Diversität der Spezies Huhn

Wie die Universität Göttingen mitteilt, sind insgesamt 174 Hühnerrassen erfasst und in der Datenbank hinterlegt. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen und des Friedrich-Loeffler-Instituts in Neustadt-Mariensee haben die Sammlung gemeinsam mit zahlreichen internationalen Partnern in den vergangenen Jahren aufgebaut. „Das Synbreed Chicken Diversity Panel (SCDP) deckt einen Großteil der vorhandenen Diversität der Spezies Huhn ab“, so Prof. Henner Simianer vom Department für Nutztierwissenschaften an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen. In der begleitenden wissenschaftlichen Studie typisierten die Forscher 3.235 Tiere für knapp 600.000 Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs). SNPs sind Variationen einzelner Bausteine innerhalb des Erbguts zwischen Individuen. „Dabei erstellten sie einen Stammbaum von bisher nicht dagewesener Vollständigkeit und Auflösung. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift BMC Genomics erschienen“, teilt die Universität Göttingen mit.

Kommerzielle Legehühner und wilde Rassen

Die Vielfalt der Rassen reicht von den Wildformen bis zu kommerziellen Broilern und Legehühnern, beinhaltet aber auch eine Vielzahl lokaler Rassen aus fast allen Erdteilen sowie von Hobbyhaltern in Deutschland gezüchtete Rassen. In der Studie analysierte das Forscherteam die genetische Diversität innerhalb und zwischen den Populationen. Dabei zeigte sich, dass sowohl innerhalb der Hobbyzuchten als auch in kommerziellen Leistungszuchten, insbesondere der Legerichtung, die genetische Diversität vermindert ist. In afrikanischen, südamerikanischen und einigen asiatischen und europäischen Rassen hingegen gibt es nach wie vor in erheblichem Umfang genetische Diversität. „Für die Nachhaltigkeit und Flexibilität der Zucht ist es wichtig, dass diese höchst unterschiedlichen Rassen erhalten bleiben“, so Steffen Weigend vom Zentrum für integrierte Züchtungsforschung der Universität Göttingen.

Um an das Material zu gelangen, waren die Wissenschaftler auf deutschen Geflügelausstellungen unterwegs und haben Blutproben der Tiere gesammelt. Das SCDP ist eine dauerhafte Datensammlung, sie wird ständig ergänzt und erweitert.

So fanden die Wissenschaftler beispielsweise zwei wilde Hühnerrassen, 22 afrikanische und 30 lokale asiatische Hühnerrassen in Asien. In Südamerika sind es vier Rassen. Zwölf Hühnerrassen laufen als kommerzielle Rassen. Ferner unterscheiden die Wissenschaftler Europäische Bantams, die in Deutschland gesammelt wurden (acht Rassen), europäische Rassen, die in Deutschland gesammelt wurden (35), und asiatische Bantams aus Deutschland (8). Registriert sind zudem 28 in Deutschland gesammelte asiatische Hühnerrassen: und 25 lokale europäische Hühnerrassen. Eine südniedersächsische Hühnerrasse gibt es nach Auskunft des Geflügelzüchters Benedikt Sauer nicht. Eine Gänse- und eine Schafrasse hingegen schon: Leinegans und Leineschaf.

Von Britta Bielefeld

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