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Göttingen Warnrufe gegen Raubfeinde entwickelt
Campus Göttingen Warnrufe gegen Raubfeinde entwickelt
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17:07 27.05.2019
Die Westliche Grünmeerkatze. Quelle: r
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Göttingen

Westliche Grünmeerkatzen sind im westlichen Afrika beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Senegal bis zum Volta in Ghana. Die Lebensweise der Westlichen Grünmeerkatzen stimmt weitestgehend mit der der anderen Grünmeerkatzen überein. Sie sind tagaktiv und halten sich häufiger als andere Meerkatzenartige am Boden auf, obwohl sie gut klettern können. Sie besitzen an der Oberseite ein gelbgrünes Fell, die Unterseite ist heller, fast weißlich, und das Gesicht ist dunkel. Im Gegensatz zu den anderen grünen Meerkatzen sind Hände und Füße hell gefärbt, auch die charakteristischen hellen Haare auf der Stirn fehlen. Die Kopfrumpflänge beträgt 40 bis 60 Zentimeter und eine Schwanzlänge von bis zu 70 Zentimeter und ein Gewicht von 4 bis 6 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich schwerer werden als die Weibchen.

Keine Größenunterschiede

In der Größe unterscheiden sich Südliche Grünmeerkatzen nicht von ihren westlichen Artgenossen. Sie sind im östlichen und südlichen Afrika beheimatet. Von Äthiopien und Somalia über Kenia und Tansania bis nach Südafrika reicht ihr Verbreitungsgebiet. Sie halten sich sowohl am Boden als auch auf Bäumen auf.

Die Primatenart aus dem Süden hat drei große Raubfeinde: Leoparden, Adler und Schlangen. Für jedes Tier haben sie spezielle Warnrufe entwickelt. Und reagieren dann mit entsprechenden Strategien. Beim Ruf „Leopard“ klettern sie auf einen Baum, beim Ruf für „Adler“ suchen sie den Himmel ab und verstecken sich dann. Regungsloses verharren und das Aufstellen auf zwei Beine ist die Reaktion auf den Ruf „Schlange“.

Playback-Versuch

Auch die nah verwandten Westlichen Grünmeerkatzen bedienen sich Warnrufen, allerdings nur für Leoparden und Schlagen. Für Raubfeinde aus der Luft gibt es allerdings kein Signal. Mit diesen Tieren hat das Team um Verhaltensforscherin Prof. Julia Fischer vom Deutschen Primatenzentrum einen Playback-Versuch durchgeführt. Mit ihm soll die Evolution des Alarmrufsystems untersucht werden, um darauf Rückschlüsse auf die Entstehung von Sprache zu gelangen.

Diese Drohne wurde im Rahmen eines Freilandexperiments einer Gruppe Grüner Meerkatzen in der Nähe des Simenti-Camps im Senegal präsentiert. Quelle: r

Fischer und ihr Team konfrontierten die Westlichen Grünmeerkatzen in der Nähe der DPZ-Forschungsstation Simenti im Senegal mit einer Gefahr aus der Luft. Eine Drohne flog in 60 Meter Höhe über die Tiere hinweg. Es folgte die Aufzeichnung der Geräusche, die ihnen später vorgespielt wurden. Dabei ging es den Forschern um die Überprüfung, wie schnell die Tiere die Bedeutung der Töne begreifen würden. Im Playback-Experiment reagierten die Tiere mit Warnrufen. Ein paar von ihnen suchten den Himmel ab, versteckten sich anschließend. Dabei unterschieden sich die Warnrufe deutlich von den Lauten, die sie ausstießen, wenn eine Bedrohung von Schlangen oder Leoparden ausgingen. Hingegen waren die Warnlaute sehr ähnlich denen, die Südliche Grünmeerkatzen ausstießen, wenn sich ein Adler aus der Luft nähert.

Fähigkeit zu auditivem Lernen

„Die Tiere haben schnell gelernt, was die zuvor unbekannten Geräusche bedeuten und sich diese Information gemerkt“, sagt Julia Fischer, Leiterin der Abteilung Kognitive Ethologie am Deutschen Primatenzentrum und Hauptautorin der Studie. „Dies zeigt ihre Fähigkeit zu auditivem Lernen. Die Rufstruktur scheint früh in der Evolutionsgeschichte der Meerkatzen angelegt worden zu sein.“

Von Vicki Schwarze

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