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Göttingen Neuer Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie forscht zur Regenerationsfähigkeit von Plattwürmern
Campus Göttingen Neuer Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie forscht zur Regenerationsfähigkeit von Plattwürmern
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05:00 16.04.2019
Jochen Rink Quelle: r
Göttingen

Gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe wechselte Rink vom Max-Planck-Institut (MPI) für Zellbiologie und Genetik in Dresden an das Göttinger Institut, wo er künftig eine eigene Abteilung leiten wird.

Kompletter Organismus wird erneuert

Für die meisten Tiere wie auch für uns Menschen ist es ein schwerer Schlag, einen Körperteil wie beispielsweise einen Fuß oder auch „nur“ eine Zehe zu verlieren. Denn einmal verloren, wächst der betreffende Körperteil nie mehr nach. Der Plattwurm Schmidtea mediterranea kennt dieses Problem nicht. Er ist ein Meister der Regeneration und kann nicht nur einzelne Teile seines wenige Zentimeter langen Körpers erneuern, sondern sogar den kompletten Organismus: In nur wenigen Tagen entwickelt sich aus einem Gewebestück von wenigen Tausend Zellen ein vollständiges Tier mit Kopf, Schwanz und allen inneren Organen. Dem MPI zufolge mache dies den Wurm zu einem idealen Modellorganismus, um die Geheimnisse der Regenerationsfähigkeit zu erforschen.

Verschiedene Plattwurm-Arten haben ein ganz unterschiedliches Regenerationsvermögen: Einige können beispielsweise ihren Kopf nachwachsen lassen, andere nicht. Quelle: r

„Dieses Regenerationsvermögen ist eine faszinierende Fähigkeit, die viele Fragen aufwirft“, erläutert Rink. „Wie ist es möglich, dass ein Stück Gewebe wissen kann, welche Körperteile fehlen? Und wie gelingt es dann, diese in exakter Form und Funktion zu regenerieren? Welche Signale im Körper des Wurms steuern die Vermehrung und Bewegung der Zellen bei der Regeneration? Und warum ist die Fähigkeit zur Regeneration im Tierreich eine Ausnahme und nicht die Regel?“

Sammlung umfasst über 60 Spezies

Um diese Fragen zu beantworten, setzt der Entwicklungsbiologe verschiedene Methoden ein, die von funktionalen Genomanalysen über Zellbiologie und Biophysik bis hin zur Taxonomie, also der Bestimmung von Arten, reichen. Auch klassische Feldarbeit ist Teil seiner Forschung, denn Rink ist ständig auf der Suche nach neuen Arten von Plattwürmern. Über 60 Spezies umfasst seine Sammlung inzwischen. „Der Vergleich verschiedener Plattwurm-Arten ist besonders spannend, weil nicht jede Art gleich gut regenerieren kann. Wir wollen herausfinden, welche genetischen Ursachen diesen Unterschieden zugrunde liegen und wie sich Regenerationsfähigkeit evolutionär entwickelt hat“, so Rink.

Nach seinem Studium an der englischen Universität Cambridge forschte Rink für seine Doktorarbeit am Dresdner MPI für Zellbiologie und Genetik. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Postdoktorand an der Universität Utah in Salt Lake City (USA), bevor er 2011 als Max-Planck-Forschungsgruppenleiter an das Dresdner MPI zurückkehrte.

Von nog / R

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