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Göttingen Dreifacher Stress für Korallen
Campus Göttingen Dreifacher Stress für Korallen
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19:28 28.03.2012
Von Christiane Böhm
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Göttingen

Die Forscher untersuchten Korallen vom Great Barrier Reef in Australien, die von der Krankheit Black Band Disease befallen waren. Bei dieser Krankheit stirbt das Korallengewebe nach und nach ab, nur das nackte Kalkgerüst bleibt zurück.
Infizierte Korallen zeigen eine charakteristische Oberfläche: Das gesunde Gewebe wird von einer dunklen Front, dem sogenannten „black band“ verdrängt. Jenseits davon ist das weiße Kalkskelett sichtbar.

Die dunkle Front ist meist ein bis zwei Zentimeter breit und wird von einer speziellen mikrobiellen Gemeinschaft gebildet, darunter fototrophe Cyanobakterien, schwefeloxidierende Bakterien und sulfatreduzierende Mikroorganismen. Die Forscher fanden heraus, dass die Korallen und deren endosymbiontische Algen gleich dreifacher Stress trifft: giftiger Schwefelwasserstoff, Sauerstoffmangel und ein niedriger pH-Wert dort, wo die Bakterienmatte an das Korallengewebe grenzt. Hauptursache dafür sind saisonal bedingte hohe Wassertemperaturen.