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Göttingen Kauten hält Positionierung für entscheidend
Campus Göttingen Kauten hält Positionierung für entscheidend
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16:00 10.10.2018
Ralph Kauten berichtet im Holbornschen Haus über seine Erfolge als CEO diverser US-Biotech-Unternehmen. Quelle: Markus Riese
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Göttingen

US-Biotech-Unternehmer Ralph Kauten hat bei einem Vortrag im Holbornschen Haus Einblicke in seine Arbeitswelten gewährt – und den etwa 50 Zuhörern dargelegt, worauf es bei einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung ankommt. Fokussierung und Positionierung seien dabei entscheidende Bausteine, berichtete Kauten aus jahrzehntelanger Erfahrung.

Eingeladen hatte der „SNIC Life Science Accelerator“ des Südniedersachsen-Innovationscampus (SNIC) in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Kooperation und Innovation der Universität Göttingen sowie der unlängst von Sartorius initiierten Life Science Factory. Was die Besucher an diesem Abend erwarten würde, ließen die Veranstalter bewusst offen: „Wir wünschen uns einen intensiven Austausch mit dem Publikum und haben deshalb keinen festen Rahmen vorgegeben“, so SNIC-Sprecher Florian Renneberg kurz vor Beginn des Events. Und tatsächlich wurde das etwa anderthalbstündige Referat immer wieder von interessierten Nachfragen unterbrochen.

Vernetzen wichtiger als Sightseeing

Kauten, der den Vortrag in englischer Sprache hielt, gab sich dabei gleich zu Beginn kontaktfreudig: „Ich bin gerade für drei Wochen in Deutschland. Mich in dieser Zeit mit Leuten zu vernetzen ist mir wichtiger als Sightseeing.“ In chronologischer Reihenfolge stellte er mit Hilfe einer Präsentation seine fünf wesentlichen Wirkungsstätten in der US-Biotech-Szene vor: Promega, Panvera, Mirus, Quintessence Biosciences und Lucigen.

Eindruck erzeugte Kauten allein schon mit der Nennung ausgesuchter Zahlen. Klar wurde das etwa am Beispiel Panvera, einem Hersteller von Proteinen, den er 1992 gemeinsam mit zwei anderen Promega-Machern gegründet hatte – mit dem Ziel, den erfolgreichen Aufbau eines Biotech-Unternehmens zu wiederholen. „Wir haben uns damals klar positioniert und uns auf die pharmazeutische Industrie fokussiert“, erklärte Kauten das Erfolgsrezept. Am Ende hätten potenzielle Käufer Schlange gestanden, ohne dass sich das Unternehmen selbst darum habe bemühen müssen. „Es geht dann auch darum, den richtigen Zeitpunkt zu finden, wann ein Unternehmen verkauft werden sollte“, so Kauten weiter. Viele Unternehmer hätten genau damit ein Problem. Erlöst habe Panvera schließlich 86 Millionen US-Dollar im Rahmen eines Aktien-Deals.

Durch klare Positionierung Geld verdienen

Mirus habe eine ähnliche Entwicklung genommen, wobei das 1994 gegründete Unternehmen fünf Jahre später sogar eine völlige Neuausrichtung überstanden hatte. „Auch hier war die klare und eindeutige Positionierung am Markt entscheidend dafür, nachhaltig Geld verdienen zu können“, erläuterte Kauten. Der Konzern Roche habe Mirus schließlich im Jahr 2008 für 125 Millionen US-Dollar übernommen.

Wie wichtig Fokussierung sei, versuchte Kauten auch am Negativ-Beispiel von Quintessence zu verdeutlichen – einem Unternehmen, das anfangs gleich fünf Technologien entwickelt hatte und patentieren ließ, ohne eine klare Strategie für die Vermarktung zu haben. Manchmal brauche es auch einfach neuen Input von außen, wie er am Beispiel Lucigen skizzierte – einem Unternehmen, dem er 16 Jahre nach der Gründung zu neuem Schwung verhalf.

Schließlich gab Kauten ein paar grundsätzliche Tipps an die Zuhörer weiter, etwa im Hinblick auf die Finanzierung eines Vorhabens, die Vorteile eines Aufsichtsrats oder die Suche nach passenden Investoren.

Von Markus Riese

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