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Göttingen „Ein langer Kampf für Gerechtigkeit“
Campus Göttingen „Ein langer Kampf für Gerechtigkeit“
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16:58 22.02.2016
Von Benjamin Köster
Protest am 18. Februar in Delhi von JNU-Studenten: Sie fordern die Freilassung von Kanhaiya Kumar.
Protest am 18. Februar in Delhi von JNU-Studenten: Sie fordern die Freilassung von Kanhaiya Kumar. Quelle: dpa
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„Die Stimmung auf dem Campus ist angespannt und unsicher“, erklärt Akash, ein Student der JNU. Seinen Nachnamen will er im Tageblatt-Gespräch aus Angst vor Repression nicht nennen. Verschiedene Studierendengruppen hatten nach der Verhaftung des Präsidenten der Students Union, Kanhaiya Kumar, am 10. Feburar zum Streik  aufgerufen. In ganz Indien folgten Proteste. Kumar wird zur Last gelegt, dass er an einer Demonstration teilgenommen hat, bei der anti-nationale Parolen gerufen wurden. In Indien kam es seit der Parlamentswahl, bei der die rechtskonservative und hindu-nationalistische Partei BJP die absolute Mehrheit errang, immer häufiger zu Verhaftungen wegen angeblich aufrührerischen Verhaltens. 

Am 15. Februar sollte Kumars Fall vor Gericht verhandelt werden. Bei der Verhandlung kam es zu gewalttätigen Übergriffen von rechtsgerichteten Anwälten und BJP-Anhängern gegenüber anwesenden  Journalisten und Studierenden, wie Akash berichtet. Nach seinen Angaben werden auch im Großraum Delhi Studierende, die mit der, in einigen Medien als anti-national gebrandmarkten, JNU in Verbindung gebracht werden, von wütenden Nationalisten attackiert. In der Stadt Gwalior wurde auf einen JNU-Professor geschossen. Akash sagt, dass die Polizeikräfte dem Treiben nicht Einhalt gebieten und stattdessen in zivil auf dem Campus patroullieren und versuchen, kritische Studierende festzusetzen.

Die JNU gilt als sehr offene und politische Universität, berichtet Lilly Böttger. Die Göttinger Indologie-Studentin hat ein Auslandssemester an der indischen Universität absolviert. „Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass man über alles diskutieren kann und verschiedene Meinungen in Ordnung sind“, so Böttger. Außerdem könnten Männer und Frauen frei zueinander Kontakt aufnehmen, was in Indien nicht selbstverständlich sei. Auch seien offene Diskussionen zwischen Studierenden und Dozenten absolut normal – aber auch das sei in der indischen Gesellschaft nicht üblich. „Die JNU ist etwas Besonderes“, meint Böttger.

Etwas Besonderes, das auf dem Spiel steht: Akash geht davon aus, "es wird noch ein langer Kampf für Gerechtigkeit".