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Göttingen Elfter Rhetorik Slam der Uni Göttingen
Campus Göttingen Elfter Rhetorik Slam der Uni Göttingen
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14:25 24.01.2018
Die Teilnehmer während der Diskussion mit dem Publikum. Links Svenja Brand. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Der Rhetorik-Slam ist eine Veranstaltung im Rahmen des Rhetorik-Zertifikates der Zess. Studierende und Vertreter der Universität präsentieren kontroverse Argumente zu einem aktuellen Thema. „Wir versuchen die Lücken zwischen Unterhaltung, ästhetischer Kommunikation und ernsten Themen zu schließen und eine meinungsbildende Veranstaltung zu organisieren“, erzählte Dozent Alexander Moritz, der durch den Abend führte. Um zu prüfen, ob die Reden wirklich Meinungsbildend waren, wurde vor und nach den Vorträgen per Handzeichen abgestimmt. Das Ergebnis: Drei Leute stimmten zu Beginn für englischsprachige Unis in Deutschland, 36 dagegen und 16 waren unentschlossen.

„Wir versuchen, gesellschaftlich interessante Themen wie Globalisierung und Internationalisierung an das Publikum heranzubringen“, so Moritz. Nach jeder Rede konnte das Plenum sich kurz Gedanken und Fragen notieren, die später in der angehängten Diskussion besprochen wurden.

Kultur wird über Sprache vermittelt

Als Erstes trat Deutsch-Studentin Svenja Brand auf. Mit lauter klarer Stimme argumentierte sie – wie die meisten ihrer fünf Mitstreitenden – gegen eine englischsprachige Uni. Mit den Worten „publish in english or perish in german“ verdeutlichte sie den hohen Stand der englischen Sprache in der Wissenschaft. „90 Prozent aller Publikation weltweit sind auf Englisch verfasst“, betonte Birger Boeven, der als Letzter auftrat. Wie wäre es aber, wenn Studierende Goethes Faust oder das Deutsche Grundgesetz plötzlich auf Englisch lesen müssten? Laut Brand ein Verlust der sprachlichen und damit auch kulturellen Vielfalt. Als Beispiel forderte sie die Zuschauer auf, Wörter wie Schnapsidee ohne Bedeutungsverlust ins Englische zu übersetzen. Ähnlich argumentierte auch Marcus Cordier: „Die Kultur der Stadt wird über Sprache vermittelt und geht über Sprache verloren“, so der Student des Studiengangs Wood Biology and Wood Products.

Marita Sand von der Abteilung Studium und Lehre der Uni Göttingen verwies auf den ständigen Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Uni, die durch englischsprachige Studiengänge und Angebote gefördert werde. Deutschland sei stolz, nach Amerika, Australien und Großbritannien, die meisten internationalen Studenten im Jahr aufzunehmen. Allerdings sei bewiesen, dass Nicht-Muttersprachler, trotz sehr guter Sprachkenntnisse, zehn Prozent ihrer kognitiven Fähigkeiten einbüßten, wenn sie fachliche Inhalte auf Englisch verstehen müssen. Deswegen sei sie für eine Co-Existenz von Deutsch und Englisch an der Uni.

Vorbereitung auf Englisch für Deutschen Unterricht?

„Worin besteht der Sinn bei Lehrämtern, wenn die Unterrichtsvorbereitung auf Englisch, der Unterricht dann aber auf Deutsch ist?“, fragte Max Schewer berechtigterweise in die Runde. In vielen Studiengängen sei es vollkommen sinnfrei, wenn diese auf Englisch studiert werden müssten.

Tobias Former, Student der Philosophie und Deutsch, sprach sich als einziger für die englischsprachige Uni aus. Es sei eine Herausforderung, die jeder bewältigen könne: Er appellierte mit vielen rhetorischen Pausen an die Wichtigkeit einer gemeinsamen Sprache. Themen wie die Klimaerwärmung würden keine Ländergrenzen kennen und müssten gemeinsam ohne Sprachbarrieren angegangen werden.

Am Ende stimmte eine Person für eine englischsprachige Uni, 39 dagegen und neun waren weiterhin unentschlossen.

Von Madita Eggers

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