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Göttingen English Drama: A Couch in New York
Campus Göttingen English Drama: A Couch in New York
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18:51 24.03.2018
"A Couch in New York": Szene mit Daniella Wood als „Beatrice Saulnier“ und Shahin Asmari als „Tim“.
"A Couch in New York": Szene mit Daniella Wood als „Beatrice Saulnier“ und Shahin Asmari als „Tim“. Quelle: Opitz
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Göttingen

Die Premiere des Gastspiels „A Couch in New York” hat am Freitagabend das Publikum im studentischen Theater im OP (ThOP) begeistert. Unter der Regie von Karin Reilly präsentieren die studentischen Schauspieler des English Drama Workshop eine moderne Liebesgeschichte mit viel Humor.

Paris trifft New York

Ein französisches Chanson gemixt mit amerikanischem Blues ertönt. Dem Zuschauer bietet sich der Blick auf zwei Wohnungen, die eine modern eingerichtet und klinisch sauber, die andere verspielt und unordentlich. Die eine in New York, die andere in Paris.

Szenen aus „A Couch in New York“. Premiere im studentischen Theater im OP am 23. März 2018

Henry Harriston, gespielt von Henning Bakker, betritt die Bühne. Er ist Psychologe, wirkt jedoch so gar nicht empathisch. Ständig rufen verzweifelte Patienten an und bitten ihn um Rat. Dr. Harriston wirkt abwesend, schlussendlich greift er zum Telefon und inseriert seine Wohnung in der Pariser Ausgabe der New York Times für einen Wohnungstausch.

Die Scheinwerfer schwenken zu der Wohnung von Beatrice Saulnier, gespielt von Daniella Wood. Es ertönt ohrenbetäubender Lärm – im Haus der Tänzerin wird gebaut. Das Inserat des New Yorker Psychologen vor Augen, genervt von dem Lärm und den Avancen ihrer zahlreichen Liebhaber, steht ihr Entschluss schnell fest: Es wird getauscht.

Charakterstark und humorvoll

Das Stück überzeugt vor allem durch seine starken Charaktere: der leicht neurotisch wirkende Harriston, die offenherzige Französin Saulnier, die penetranten Patienten oder die hartnäckigen Liebhaber. Das bestätigen auch Danai Kuhn und Julius Hering, beide sind zum ersten Mal im ThOP: „Die einzelnen Charaktere kommen sehr gut zur Geltung“, meint Kuhn, und auch Hering gefällt das Stück von Reilly: „Die Szenenwechsel funktionieren sehr gut.“

Ein Witz reiht sich an den nächsten, Reilly präsentiert hier zwar sehr klischeehaften und einfachen Humor, doch es funktioniert: Das Publikum kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Der eindeutige Star des Abends ist jedoch ein Hund. Edgar gehört Harriston und ist bei ihm ein eher ruhiger Zeitgenosse. In Gesellschaft von Beatrice blüht der Vierbeiner richtig auf und sorgt für Lacher im Publikum.

Auch Familie Kaps aus der Nähe von Hamburg ist begeistert: „Ich bin kein Profi in Englisch, trotzdem kann ich dem Stück sehr gut folgen“, erzählt Astrid Kaps. Außerdem sei das ThOP, das in einem ehemaligen Medizin-Hörsaal seine Bühne hat, beeindruckend, betont die Theaterbesucherin.

Irgendwann landet Harriston als Patient John Wire auf seiner eigenen Couch. In zuweilen ernsten, aber auch humorvollen Dialogen nähern er und Beatrice sich an. Hinter zurückhaltender Psychologie verbergen sich echte Emotionen, doch finden die beiden wirklich zusammen?

Mit Liebe zum Detail

Bei einer Spielzeit von zwei Stunden wird dem Zuschauer nie langweilig. Das Stück des Studententheaters kommt ohne Action aus, es sind die Feinheiten, die Aufmerksamkeit erregen. Das bestätigt auch Zuschauerin Nina Wegner: „Alles ist so liebevoll inszeniert und bis ins letzte Detail stimmig“. Die imaginäre Wohnungstür der New Yorker Wohnung wird mal sachte zugemacht, mal getreten oder bleibt auch mal aus Versehen geöffnet. Belohnt werden die Liebe zum Detail und die schauspielerische Leistung mit langanhaltendem Applaus.

Weitere Termine für „A Couch in New York“ im Göttinger Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3, sind am 24., 27. Und 29. März, sowie am 2., 5., 6., 7., 12., 13., 14. April. Karten sind täglich im Vorverkauf im Foyer der Z-Mensa der Uni Göttingen, Platz der Göttinger Sieben, zwischen 12 und 14 Uhr oder an der Abendkasse zu erwerben.

Von Pauline Noll

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