Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Entstehung von Enzymkomplex von Team der Uni Göttingen entschlüsselt
Campus Göttingen Entstehung von Enzymkomplex von Team der Uni Göttingen entschlüsselt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:03 17.09.2014
Im Labor im Zentrum für Molekulare Biowissenschaften: Professorin Krebber mit den Doktoranden Becker (links) und Wu. Quelle: pug
Anzeige
Göttingen

Wird dieser Ablauf gestört, kann der Enzymkomplex seiner Aufgabe nicht mehr nachgehen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht.

Die Telomerase ist ein Enzym aus dem Zellkern, das aus Proteinen und einer nicht kodierenden RNA besteht. Dieser Enzymkomplex hat die Aufgabe, die Enden der Chromosomen (Telomere) nach der Zellteilung wieder zu verlängern und so einer sukzessiven Verkürzung der Erbsubstanz (DNA) vorzubeugen, die bei der Vervielfältigung der DNA automatisch entsteht.

Anzeige

Während die Telomerase in ruhenden Zellen nicht nachweisbar ist, ist sie in wachsendem Gewebe, also in sich kontinuierlich teilenden Zellen wie Knochenmarkszellen, Keimzellen oder embryonalen Stammzellen sowie in bestimmten Arten von Immunzellen vorhanden.

Darüber hinaus ist sie in Krebszellen aktiv und verhilft diesen dadurch, sich unendlich oft zu teilen und so im Körper auszubreiten. Nicht entartete Zellen teilen sich im Gegensatz zu Krebszellen nur begrenzt – sie altern und sterben irgendwann ab.

Aus dem Zellkern ins Zytoplasma

In ihrer Forschung am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB) konnten die Wissenschaftler nun zeigen, wie die Telomerase-RNA aus dem Zellkern heraus in das die Zelle umgebende Zytoplasma transportiert wird. Dort, außerhalb der Zelle, wird sie mit Proteinen besetzt und reift so zu dem großen Enzymkomplex Telomerase heran.

Die funktionsfähige Telomerase wird dann wieder in den Zellkern transportiert, verbindet sich mit der DNA und verlängert deren Enden. „Für den reibungslosen Ablauf der Telomerverlängerung ist es notwendig, dass die RNA in das Zytoplasma gelangt und dort die Proteine an sich bindet, die sie für den weiteren Ablauf später im Zellkern braucht“, so Prof. Heike Krebber von der Abteilung Molekulare Genetik der Universität Göttingen.

Molekularbiologin Krebber führte die Studie mit ihren Mitarbeitern Haijia Wu und Daniel Becker durch. Die zentrale Erkenntnis der Wissenschaftler lautet: „Defekte in diesem Transportmechanismus führen demnach zur sukzessiven Verkürzung der Telomere.“

pug

Mehr zum Thema

Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Universität Göttingen hat einen neuen zellulären Signalübertragungsweg entdeckt. Umweltsignale werden häufig an der Zellmembran wahrgenommen und in den Zellkern übertragen.

10.06.2014

Etwa 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben eine chronische Funktionsstörung der Niere. Derzeit lassen sich für die Patienten keine sicheren Aussagen treffen, wie die Erkrankung verläuft. Schreitet die Nierenerkrankung fort, gibt es keine effektiven Therapien, um die Niere langfristig zu schützen.

17.03.2014

Derzeit gibt es für die Herzmuskelschwäche keine Therapie, die den Verlauf der Erkrankung stoppen oder gar umkehren kann. Ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Ali El-Armouche vom Institut für Pharmakologie an der Universitätsmedizin Göttingen hat jetzt herausgefunden, dass das Enzym PDE2 das Herz vor Überbelastung schützt.

28.08.2013