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Göttingen Erster Kinderspielplatz auf dem Göttinger Nordcampus
Campus Göttingen Erster Kinderspielplatz auf dem Göttinger Nordcampus
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00:27 01.05.2014
Von Angela Brünjes
Neuer Spielplatz auf dem Nordcampus: Carla Immel und Elias Dörfer testen die Schaukeln. Quelle: Theodoro da Silva
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Weende

Der Leiter des Gebäudemanagements der Universität Göttingen berichtete am Montag bei der Eröffnung des neuen Spielplatzes auf dem Nordcampus, dass die Kosten in Höhe von 90  000 Euro von den Fakultäten vor Ort, einigen Verbundforschungsprojekten sowie dem Gebäudemanagement aufgebracht worden sind.

Allen Beteiligten ist es nach Angaben von Bolli wichtig gewesen, in der Nähe der Kindertagesstätte Nordcampus einen Spielplatz zu schaffen. Der kann nun inmitten zwischen Forschungsgebäuden, Geästehaus und Nordmensa fleißig genutzt werden. Von den Schaukeln waren die Kindergartenkinder Carla Immel und Elias Dörfer sichtlich begeistert, nachdem Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel und Prof. Christian Ammer die Spielgeräte freigegeben hatten.

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Die Präsidentin und der Dekan der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie eröffneten den ersten Spielplatz im Uni-Nordbereich. Und für Beisiegel war es, wie sie betonte, „ein ungewohntes Eröffnungsritual“. Als Präsidentin einer familienfreundlichen Universität sei sie aber froh, dass dieser Titel nun mit dem Spielplatz unterlegt werde. „Mit dem Ausbau des Nordcampus in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Beschäftigten mit Kindern hier gestiegen“, sagte Beisiegel.

Bisher arm an Begegnungsstätten

Familienfreundlichkeit sei ein wichtiger Baustein der Universität und ihrer  Partner am Göttingen Research Campus. Die Leiterin des Familien-Service der Universität, Renate Putschbach, erklärte: „Neben Arbeits- und Forschungsbedingungen, die Spielräume für Familie und Privates lassen müssen, spielt auch eine geeignete Infrastruktur eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung einer familienfreundlichen Universität. Der neue Spielplatz ist dafür ein weiterer Mosaikstein.“

Dekan Ammer, der für alle Fakultäten am Nordcampus sprach, betonte den gesellschaftlichen Aspekt des Spielplatzes: „Ein Spielplatz ist nicht nur ein Ort, an dem sich Kinder austoben und ausprobieren können, sondern auch ein Ort der Begegnung von Erwachsenen, die dort, zunächst über die Kinder, nicht selten freundschaftliche Beziehungen knüpfen. Der Nordcampus war bislang arm an solchen Begegnungsstätten.

Insofern haben alle etwas von dieser Anlage: Kinder, Eltern, und auch die, die sich ein wenig mehr buntes Leben am Nordcampus wünschen.“

▶ Kommentar: Hörsaal, Labor, Schaukel

Ein Spielplatz macht noch keine familienfreundliche Universität. Aber er ist ein Zeichen der Veränderung, auf dem Campus allemal. Zu familiären Verpflichtungen zu stehen und die universitäre Tätigkeit trotz heftigem Wettbewerb auf allen Ebenen nicht zum Maß aller Dinge zu erheben, wird zunehmend akzeptiert. Und so ist auch ein Spielplatz in nächster Nähe zu Hörsälen und Forschungslaboren kein Widerspruch. Eine Kindertagesstätte ist auch schon da. Spielplatz und Kindergarten gehören dorthin, wo gearbeitet wird. Auf dem Nordcampus ist das nun Wirklichkeit geworden.
Sechs Jahre hat es gedauert, die Idee zu realisieren: Gleichstellungsbeauftragte und Familienservice der Georg-August-Universität setzten das durch. Sie haben damit nicht nur Universitätsangehörigen mit Kindern einen Dienst erwiesen, sondern allen Kindern in der Nachbarschaft des Nordcampus. Denn der Bedarf an attraktiven Spielplätzen ist nicht nur auf Universitätsgelände gegeben. Dort sind Schaukeln, Rutsche und Klettergerüst jedoch die größere Ausnahme. Aber das wird sich in Zeiten steigender Kinder- und Familienfreundlichkeit hoffentlich ändern – nicht nur auf dem Campus.

Angela Brünjes