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Göttingen Ethnologen untersuchen Musik im städtischen Raum
Campus Göttingen Ethnologen untersuchen Musik im städtischen Raum
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17:47 15.07.2013
Von Angela Brünjes
Für Musikethnologen interessant: Wen erreicht die Musik?
Für Musikethnologen interessant: Wen erreicht die Musik? Quelle: dpa
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Hildesheim

Eine Reihe von Forschern befasst sich mit Musik im städtischen Raum. Marija Dumnic, Belgrad, untersucht alte urbane Musik in serbischen Städten, wie sie seit dem 18. Jahrhundert traditionell gespielt wird. „Eine Spannbreite an Tönen, ‚orientalische‘ Einflüsse aus dem osmanischen Reich und europäische Einflüsse aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie bestimmen diese Musikrichtung“, erklärt Dumnic. Sie dokumentiert in Tonaufzeichnungen und Interviews, wie im Künstlerviertel Skadarlija in Belgrad noch heute diese Klänge ertönen und wen die Musik im Publikum erreicht.

Tüftler von heute Mainstream-Produzenten von morgen

Lauren Flood, Columbia University, untersucht, wie sich Musik verändert, wenn Musiker in New York und Berlin experimentelle Musikinstrumente und elektronisches Equipment selber bauen. „Medien-Formate werden zunehmend interaktiver. Die jungen Tüftler von heute können morgen Mainstream-Produzenten sein“, so Flood.

EU-Kultur-Programme beeinflussen kreative Leistung von Musikern

Reneé Holley von der University of Illinois stellt ihr Forschungsprojekt „Singing the European Union: Cultural policy and its constituent voices in Germany” vor. Sie befasst sich mit dem musikalischen Leben in Deutschland und geht der Frage nach, wie sich hierin nationale und EU-Identitäten widerspiegeln. Sie untersucht, wie EU-Kultur-Programme die kreative Leistung von Musikern und Musikorganisationen beeinflussen. „Ich will herausfinden, wie Musik, wie expressive Kultur, zur Agenda der europäischen Integration beiträgt und wie politische Entscheidungsträger dafür kämpfen, um das Motto der EU – United in Diversity –  zu verwirklichen“, sagt die Musikwissenschaftlerin.