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Göttingen Europäischer Forschungsrat fördert Göttinger Wissenschaftler
Campus Göttingen Europäischer Forschungsrat fördert Göttinger Wissenschaftler
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17:00 05.02.2019
Die Universitätsmedizin ist Partner des Kooperationsprojekts ENI Göttingen. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Honoriert werden exzellente Forschungs-Vorhaben der Wissenschaftler, teilt Stefan Weller, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Universitätsmedizin, mit. Die beiden Nachwuchsgruppenleiter am European Neuroscience Institute Göttingen hätten mit ihren Projektanträgen im Auswahlverfahren um eine Förderung durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) überzeugt. Die „als exzellent bewerteten Forschungsvorhaben zu neurowissenschaftlichen Fragen“ werden über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert.

ERC Starting Grants für ENI-G-Nachwuchsgruppenleiter (v.l.): Caspar Schwiedrzik und Brett Carter. Quelle: r

Schwiedrzik, Gruppenleiter am ENI Göttingen und am Deutschen Primatenzentrum (DPZ), erhält den Starting Grant des Forschungsrats für seinen Projektantrag „Specificity or generalization? Neural mechanisms for perceptual learning with variability (VarPL)“. In dem Projekt, so Weller, untersucht Schwiedrzik, wie das Sehen durch variable Signale aus der Umwelt beeinflusst wird und wie darüber die Wahrnehmung verbessert werden kann. Für seine Forschung vergleicht er in Verhaltensversuchen die neuronalen Grundlagen des Lernens bei Menschen und Rhesusaffen.

Forschung für Patienten mit Wahrnehmungsstörungen

Ziel sei, die Wahrnehmung durch neue Trainingsmethoden zu verbessern, um „robuste Lerneffekte“ zu erreichen. „Besonders interessiert uns, auf welche Veränderungen im Gehirn solche Lerneffekte zurückgehen“, sagt Schwiedrzik. „Dies würde unser Verständnis von Lernprozessen im Gehirn vertiefen und könnte im besten Fall die Effizienz von Trainings zur Verbesserung der Wahrnehmung, zum Beispiel bei Patienten mit Wahrnehmungsdefiziten, erhöhen.“

Neue Art der Signalgebung von NMDA-Rezeptoren entdeckt

Dr. Brett Carter, Gruppenleiter am ENI Göttingen, erhält den Starting Grant des Europäischen Forschungsrats für seinen Projektantrag „Novel NMDA receptor signaling in cortical synaptic depression (NovelNMDA)“. Die Ausgangslage: „In der Hirnrinde von Säugern wird bei Aktivierung von Nervenzellen bevorzugt Glutamat als Neurotransmitter an den Synapsen freigesetzt. Diese Moleküle werden von Rezeptoren, unter anderem von dem so genannten NMDA-Rezeptor, als Signale weitergeleitet. Die Signalgebung durch diesen Rezeptor ist wichtig für die synaptische Plastizität, den zellulären Prozess, der Lernvorgängen und Gedächtnis zugrunde liegt.“ Carter habe eine neue Art der Signalgebung dieser NMDA-Rezeptoren entdeckt.

Einblicke in die Dysfunktion des Gehirns erhalten

Ziel dieses Projektes sei es, die zellulären Prozesse der Signalgebung zu verstehen. Dabei kombiniere Carter elektrophysiologische Aufzeichnungen mit modernsten bildgebenden Verfahren, um Veränderungen der synaptischen Funktion auf der Ebene einzelner Synapsen zu messen. Die Funktion dieser Prozesse zu verstehen, so Weller, könne dazu beitragen, „das Gehirn noch besser zu verstehen und Einblick in seine Dysfunktion zu bekommen“.

Kooperation zwischen Max-Planck-Gesellschaft und UMG

Das ENI-G ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Universitätsmedizin Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft München, in enger Verbindung mit den Göttinger Instituten für biophysikalische Chemie und experimentelle Medizin.

Von Stefan Kirchhoff

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