Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Forscher aus Göttingen entdecken, wie das Gehirn vergisst
Campus Göttingen Forscher aus Göttingen entdecken, wie das Gehirn vergisst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:01 01.04.2019
Das Forscherteam um Dr. Camin Dean: Zu den Autoren der Studie gehören Ankit Awasthi (links), Binu Ramachandran (2. von links), Yo Shinoda (erste Reihe, 3. von links), Camin Dean (erste Reihe, 3. von rechts), Katja Burk (hintere Reihe, rechts) und Saheeb Ahmed (rechts). Quelle: r
Anzeige
Göttingen

Erlebnisse aus der Erinnerung löschen: Für Forscher ist dies eher eine Fähigkeit des menschlichen Gehirns denn eine Fehlfunktion. Ein Team aus Göttingen hat nun entdeckt, wie das Gehirn vergisst.

Die Forscher des European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G) unter der Leitung von Dr. Camin Dean haben ein molekulares Detail gefunden, welches das Vergessen fördert. „Das Calcium-Sensor-Protein Synaptotagmin-3 (Syt3) bindet Neurotransmitter-Rezeptoren und entfernt sie aktiv aus post-synaptischen Membranen“, erklären die Forscher.

Informationen abspeichern und Unwichtiges löschen

Durch diesen Vorgang werden Verbindungen im Gehirn geschwächt und das Vergessen wird gefördert. Dem Gehirn ermöglicht dies, sich veränderten Bedingungen anzupassen. Außerdem können wichtige Informationen abgespeichert und Unwichtiges so gelöscht werden.

„Unsere Forschung ist eng mit der Erforschung krankhafter Prozesse bei neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Störungen verbunden“, sagt Dean. „Die Alzheimer-Krankheit beispielsweise ist durch anomales Entfernen von Neurotransmitter-Rezeptoren aus der Zellmembran gekennzeichnet.“

Autismus und Posttraumatische Belastungsstörung

Eine besondere Rolle spielt das Vergessen auch bei Autismus und Posttraumatischer Belastungsstörung. Obwohl die Fähigkeit zur Erinnerung oft als der wichtigste Aspekt des Gedächtnisses angesehen werde, könnten Schwächen beim Vergessen schwerwiegende Folgen haben. „Die gezielte Steuerung von Protein Syt3 könnte ein nützliches Werkzeug zur Behandlung solcher Störungen sein“, sagt Dean, „und speziell dazu beitragen, das abnormal starke und dauerhafte emotionale Gedächtnis im Zusammenhang mit früheren Traumata zu beseitigen.“

Das Forscherteam arbeitete gemeinsam mit einem Team vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Göttingen und Wissenschaftlern von der University of British Columbia und von der Göttinger Synaptic Systems GmbH. Ihre Ergebnisse stellten sie Anfang Januar in der Fachzeitschrift Science vor. Die Studie wurde unter anderem von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und dem Europäischen Forschungsrat gefördert.

Von Norma Jean Levin

Neue Technologien in der Pflanzenzüchtung können einen Beitrag dazu leisten, den Welthunger zu bekämpfen. Das hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen gezeigt.

31.03.2019
Göttingen Ausstellung der Universitätskunstsammlung - Aktstudien, Buchillustrationen und Landschaftsbilder

In einer Ausstellung präsentiert die Kunstsammlung der Universität Göttingen erstmals ihren Bestand an Zeichnungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Am Freitagabend ist sie im Auditorium eröffnet worden.

30.03.2019
Göttingen „Soziale Arbeit im Gesundheitswesen“ - Neuer Studiengang am Gesundheitscampus Göttingen

Der neue Studiengang „Soziale Arbeit im Gesundheitswesen“ am Gesundheitscampus Göttingen startet im Herbst. 30 Studierende sollen lernen, Patienten durch das Gesundheitssystem zu helfen.

30.03.2019