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Göttingen Ex-Messe-Chef Goehrmann verliert Doktortitel
Campus Göttingen Ex-Messe-Chef Goehrmann verliert Doktortitel
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19:48 10.12.2018
Der frühere Chef der Deutschen Messe AG in Hannover, Klaus Goehrmann, darf sich wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens nicht mehr mit einem Doktortitel schmücken. Quelle: dpa
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Clausthal-Zellerfeld/Braunschweig

Jetzt ist es endgültig: Der frühere Chef der Deutschen Messe AG in Hannover, Klaus Goehrmann, darf sich wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens nicht mehr mit einem Doktortitel schmücken. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hatte bereits im Juni entschieden, dass ihm die Fakultät für Mathematik/Informatik und Maschinenbau der Technischen Universität Clausthal zu Recht den Doktortitel entzogen hat. Der 80-Jährige habe innerhalb der vorgeschriebenen Frist kein Rechtsmittel eingelegt, teilte ein Gerichtssprecher mit. Damit sei das Urteil jetzt rechtskräftig geworden.

Der langjährige Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft hatte sich vehement gegen den Entzug des Titels „Dr.-Ing.“ gewehrt, den ihm die Clausthaler Fakultät 2010 verliehen hatte. Ende 2012 wies der Plagiatsfahnder Martin Heidingsfelder, der schon an der Aufdeckung der Plagiatsaffäre um die Dissertation von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg beteiligt gewesen war, die TU Clausthal auf einen weiteren Verdachtsfall hin.

Mittlerweile im Ruhestand

Große Teile von Goehrmanns Dissertation beruhten auf einem Forschungsbericht, den Wissenschaftler und Techniker des Laserzentrums Hannover (LZH) erarbeitet hätten. Goehrmann, der seit 2003 im Ruhestand ist, habe dies in seiner Arbeit mit dem Titel „Beitrag zum technologisch-wirtschaftlichen Vergleich des gepulsten zum kontinuierlichen Laserstrahlschweißen“ verschwiegen. Nachdem die universitätsinterne Prüfung den Verdacht bestätigt hatte, entzog ihm der Fakultätsrat den Titel.

Der umtriebige Ruheständler wollte dies nicht hinnehmen und zog vor Gericht. Das Verfahren zog sich dann sehr lange hin, bis schließlich in diesem Sommer die mündliche Verhandlung stattfand. Goehrmann bot dazu drei Anwälte auf, die dem Gericht unter anderem eine elf Seiten lange Liste mit Beweisanträgen vorlegten.

Am Ende half alles nichts: Die Kammer lehnte nicht nur alle Anträge, sondern auch die Klage ab. Die Verleihung des Doktortitels sei nur rechtmäßig, wenn die Dissertation die Befähigung nachweise, selbständig wissenschaftlich arbeiten zu können. Dies sei nicht der Fall, wenn in erheblichem Umfang auf fremde Leistungen zurückgegriffen werde, ohne dies kenntlich zu machen. Nach Auffassung der Richter bilden die übernommenen Unterlagen aus dem Laserzentrum das ingenieurwissenschaftliche Kernkapitel der Arbeit. Goehrmann habe dazu keinen substanziellen Beitrag geleistet.

Von NIE

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