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Göttingen Facharztausbildung in Notfallmedizin gefordert
Campus Göttingen Facharztausbildung in Notfallmedizin gefordert
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18:22 29.09.2011
Für Notfallmedizin ausgerüstet: Der Bundeswehr-Schockraumcontainer ist bis Freitagmittag vor dem Osteingang des Universitätsklinikums aufgebaut. Quelle: umg
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Dies muss sich nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfallaufnahme (DGINA) ändern.

In nahezu allen europäischen Ländern sowie in den USA gebe es bereits seit Jahren den Facharzt für Notfallmedizin, sagte die Chefärztin der Notaufnahme der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona und DGINA–Präsidentin Dr. Barbara Hogan bei der Jahrestagung ihrer Gesellschaft in Göttingen. Deutschland hinke dieser Entwicklung hinterher. Um eine optimale Versorgung der Patienten gewährleisten zu können, sei eine stärkere Professionalisierung der Notfallmedizin durch eine fünfjährige Facharztausbildung nötig.

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Dass immer mehr Menschen die Notaufnahme aufsuchen, zeigt sich auch in der Göttinger Universitätsmedizin. Dort sei die Zahl der Patienten jährlich um acht Prozent gestiegen, sagte die leitende Oberärztin der Interdisziplinären Notaufnahme, Prof. Sabine Blaschke. Allein im vergangenen Jahr habe man 32    000 Patienten versorgt. Der Zuwachs sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass im ländlichen Raum verstärkt Praxen geschlossen und immer mehr Notaufnahmen zentralisiert würden. Seit diesem Sommer ist auch die Bereitschaftsdienstpraxis Göttinger Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen in der Notaufnahme des Klinikums untergebracht.

Eine stärkere Professionalisierung der Notaufnahmen erhöhe nicht nur die Qualität der medizinischen Versorgung, sondern verkürze auch die Wartezeiten für die Patienten, sagte Blaschke. Da insgesamt gezielter untersucht werde, entstünden zudem deutlich weniger Labor- und Personalkosten.

Die wachsende Bedeutung der Notaufnahmen habe sich auch während der EHEC-Krise gezeigt, sagte der Chefarzt der Notaufnahme des Städtischen Klinikums Bogenhausen bei München, Prof. Christoph Dodt. Viele der damaligen Patienten seien zunächst in die Notaufnahme gekommen. Als Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung hätten die Notaufnahmen eine wesentliche Rolle bei der Überwachung der Durchfallerkrankungen und der Ermittlung der Patientenzahlen gespielt. Auch für die Beobachtung anderer Entwicklungen wie beispielsweise einer Häufung bestimmter Vergiftungen oder dem Auftreten von Grippeepidemien könnten die Notaufnahmen als wichtiger „Informationsknotenpunkt“ fungieren.

Die Forderung nach einem speziellen Facharzt für Notfallmedizin stösst bei anderen medizinischen Fachgesellschaften beispielsweise der Internisten und Chirurgen allerdings noch auf Widerstand. Nach Ansicht von Dodt würde indes niemand etwas verlieren. „Nur der Patient gewinnt dazu.“

Von Heidi Niemann