Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Fast die Hälfte gegen Beiträge
Campus Göttingen Fast die Hälfte gegen Beiträge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 01.03.2010
Quelle: Pförtner
Anzeige

Seit 2007 müssen Studierende in Niedersachsen pro Semester 500 Euro zahlen. Damit soll die Lehre verbessert werden. Zur Situation in Göttingen wurden im Dezember 2009 mehr als 19    220 Studierende befragt, wovon 20,6 Prozent antworteten. Von diesen 3919 Studierenden erklärten zwar 78 Prozent von einem Teil der bisher durch Studienbeiträge umgesetzten Maßnahmen profitiert zu haben, aber dennoch lehnen 49 Prozent die Gebühren ab.

Nach weiteren Angaben der Universität bewerteten die Teilnehmer die Investitionen in Lehrkräfte und Tutorien, in Unterrichts- und Verbrauchsmaterialien sowie die Zuschüsse zu Druck- und Kopierkosten positiv. Für nur wenig sinnvoll halten sie Investitionen in die Sanierung und Möblierung von Räumen sowie in Leistungsstipendien.
Die Universität kündigte an, weitere Lernlandschaften für Studierende einzurichten. Die haben von den Befragten im Gegensatz zu anderen Möblierungs- und Gestaltungsaktionen einen Mittelwert erhalten. Keine Angaben konnten in der Umfrage zu dem Großprojekt „Professionalisierung der Studiendekanate“ gemacht werden. Das wird um ein Jahr verlängert.

Anzeige

„Mit diesem in Deutschland in dieser Form einzigartigen Projekt haben wir in der gesamten Universität die Lehre viel stärker ins Bewusstsein gerückt“, so Universitätsvizepräsident Prof. Wolfgang Lücke. Die Kosten von rund 800      000 Euro pro Semester werden zu 80 Prozent aus Studienbeiträgen finanziert.

Umfrage: Ergebnis bestätigt SPD-Kritik

Zu Recht kritisieren die Studierenden die Verwendung der Studiengebühren für Bau- und Sanierungsmaßnahmen nach Ansicht von Dr. Gabriele Andretta. Die SPD-Landtagsabgeordnete aus Göttingen fühlt sich durch das Ergebnis der Umfrage der Universität Göttingen zu Studienbeiträgen in ihrer eigenen Kritik bestätigt. „Anders als Minister Stratmann stur behauptet, sind Studiengebühren bei den Betroffenen nicht akzeptiert“, sagte die Abgeordnete an die Adresse von Niedersachsens Wissenschaftsminister. Dieser solle dem Beispiel der CDU-geführten Länder Hessen und Saarland folgen und auch in Niedersachsen die Studiengebühren abschaffen, forderte Andretta. Sie wies darauf hin, dass auch andernorts Studenten gegen Studiengebühren sind.

jes

Derzeit verfügt die Universität Göttingen über 8,4 Millionen Euro aus Studienbeiträgen des laufenden Semesters sowie aus Rücklagen. Die Hälfte der Studienbeiträge in Göttingen stehen für zentrale, fachbereichsübergreifende Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen zur Verfügung. Über ihre Verwendung entscheidet die erweiterte zentrale Senatskommission für Lehre und Studium, deren Mitglieder zur Hälfte Studierende sind. Die andere Hälfte der Beiträge fließt in Maßnahmen der Fakultäten. Darüber entscheiden die zuständigen Fakultätsräte auf Vorschlag der jeweiligen Studienkommissionen, in denen ebenfalls zur Hälfte Studierende vertreten sind.

www.uni-goettingen.de/studienbeitragsverwendung; www.uni-goettingen.de/de/135938.html

Von Angela Brünjes

Göttingen Göttinger Forscher untersuchen Schicksal von Heimkindern - Blick auf brutale Erziehungsmethoden in Heimen
24.02.2010
Göttingen Experten für Energieforschung - Humboldt-Professur für Chemie
24.02.2010