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Göttingen Archäologie im Film
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16:45 12.01.2019
Exponat der Sammlung Stern, die seit Januar 2019 zum Althistorischen Seminar gehört. Quelle: pug
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Göttingen

Das Filmarchiv Sammlung Stern am Althistorischen Seminar ist am Freitag eröffnet worden. Die Bestände gehen zurück auf den Nachlass des Archäologen, Filmforschers und Museumspädagogen Tom Stern (1958-2016). Es handelt sich um die umfangreichste Privatsammlung an Schul- und Dokumentarfilmen zu althistorischen und archäologischen Themen sowie verwandten Spielfilmen und Serien, teilte die Universität Göttingen mit, die die Sammlung übernommen hat.

Der Neuzugang sei ein Zugewinn, erklärte Dr. Marie Luisa Allemeyer den Gästen des Eröffnungskolloquiums. Die Direktorin der Zentralen Kustodie betonte, dass die Übernahme der Sammlung Stern für die Universität erstmal etwas Unerwartetes gewesen sei. Zuwächse wie diese Sammlung seien unter anderem auch Anstoß für die weitere Zusammenarbeit der Sammlungen. Es sei ein „doppelter Gewinn“, so Allemeyer: Zum einen die Sammlung nach Göttingen geholt zu haben, zum anderen deren Team zu gewonnen zu haben, um filmdokumentarisch zu arbeiten.

Von Filmrolle bis DVD

Die Filme stammen aus den 1920er bis in die frühen 2010er Jahre. Das Material liegt auf einer Vielzahl von Medien von der originalen Filmrolle bis zur DVD vor. Zusammengetragen hat es Stern während seiner Forschungstätigkeit zur Geschichte des Antik- und Archäologiefilms. Für das Filmfestival „Cinarchea“ war Stern als Gründungsmitglied und zeitweilig als stellvertretender Vorsitzender aktiv. Zudem unterrichtete er als Lehrbeauftragter zum Bereich des Archäologiefilms an den Universitäten Köln und Bochum.

Dr. Martin Lindner, Kustos der Sammlung, sprach davon, dass in kurzer Zeit und mit großem Engagement der Beteiligten nun eingerichtet ist, „was es vorher nie gab: ein Filmarchiv in einem historischen Seminar.“ Besonders daran ist nach Angaben von Lindner, dass es sich um Archiv und Sammlung handelt. „Wir sammeln weiter“, erklärte Lindner und forderte dazu auf, Geräte und Filme der Sammlung anzubieten.

Kustos Dr. Martin Lindner am Tag der Eröffnung der Sammlung Stern. Kolloquium zur Eröffnung. Quelle: jes

„Neuer Hüter der Sammlung“, so Prof. Tanja Scheer, sei nun das Althistorische Seminar. Das sei Kustos Lindner zu verdanken, der sich dafür eingesetzt habe. Für Forschung und Lehre werde, so Scheer, die Sammlung zur Verfügung stehen. „Ich bin überzeugt, dass die Sammlung ein wichtiger Anlaufpunkt werden wird zur modernen Rezeption“, sagte die Direktorin des Althistorischen Seminars. Dabei erwähnte sie den Studiengang antike Kulturen, dessen Studierende auch von der Sammlung profitieren werden. Die Filme sollen, so Lindner, nicht nur in der Hochschule, sondern auch in Schulen zum Einsatz kommen.

Bei den Beständen handelt es sich mit wohl 800 Filmen um die umfangreichste Privatsammlung an Schul- und Dokumentarfilmen zu althistorischen und archäologischen Themen. Ein kleinerer zweiter Sammlungsteil besteht aus thematisch verwandten Spielfilmen und Serien. Hinzu kommen unpublizierte Schnittfassungen, Festivalbeiträge und -mitschnitte sowie begleitendes Material und Projektionstechnik. Das Althistorische Seminar der Universität Göttingen hat die Bestände im August 2017 übernommen.

Dokumentarfilm im Wandel der Zeit

Einen Überblick über den Dokumentarfilm im Wandel der Zeit, gab Georg Koch vom Seminar für Mittlere und neue Geschichte der Universität Göttingen. Er untersuchte das Themengebiet in seiner Dissertation. Sein Vortrag „Vom Schattenspiel zum Dokudrama“ stellte die Emotionalisierungsstrategie der Filmemacher in den Mittelpunkt. Aufwendige Dokumentationen, wie sie heute in den Fernsehprogrammen üblich sind, haben anfangs mit sehr wenigen Schauspielszenen funktioniert. Um den Wandel zu verdeutlichen, zeigte Koch Szenen aus Produktionen wie „The Making fo Mankind“ der BBC von 1981 bis zur SWR-Produktion aus dem Jahr 2006 „Das Experiment“. In den jüngeren Produktionen haben Schauspielszenen zugenommen, die dramatisch und personifiziert in Szene gesetzt werden. Die Urgeschichte so dargestellt werde auch als Paläo-Poesie bezeichnet. Sie habe das Ziel, so Koch, die Wissensvermittlung in ein fiktives Geschehen einzubetten. Relativierungen der Inhalte, wie es in früheren Sendungen dieser Art üblich war, kommen heute seltener vor.

Von Angela Brünjes

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