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Göttingen Finanzierung im Studium: Tipps von Experten
Campus Göttingen Finanzierung im Studium: Tipps von Experten
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10:21 25.11.2019
Stipendiaten des muslimischen und christlichen Förderwerks beraten ihre Kommilitonen. Quelle: Anja Semonjek
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Göttingen

Im Foyer der Zentralmensa haben sich am 20. November Studenten beraten lassen, und zwar rund um die Frage: „Wie finanziere ich das Studium?“ Die Universität organisierte die diesjährige Messe zum Studiumfinanzierungstag gemeinsam mit dem Studentenwerk. Unter anderem erzählten Stipendiaten, wie sie zu einer Förderung kamen. Die folgenden Tipps legten Experten in Sachen Stipendium und Finanzierung den Studenten nahe.

„Lass Dich beraten“

Es gibt mehrere Institutionen an der Universität, die unterstützen und beraten – die Studenten sollen mit ihren Problemen nicht alleine gelassen werden. Sjard Tankred Seibert von der Studienberatung ist einer der Berater. Jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr bietet er offene Sprechstunden an. „Individuelle Termine können auch vereinbart werden“, sagt Seibert. Die Infoline der Universität könne immer angerufen werden, um nach einer Sprechstunde zu fragen.

Bei Studenten, die nicht aus einem Akademikerhaushalt kommen, tauchen oft Fragen auf. Diese können sich um die Finanzierung drehen, aber auch um Abläufe im Studium. Um Mut zu tanken, können sie die Initiative „Arbeiterkind“ kontaktieren. Wilhelm Strübig klärt Studenten an seinem Stand auf und berichtet von seinen Erfahrungen. Unter anderem berate er Studenten bei dem Antrag auf Stipendien – eine Herausforderung sei das Verfassen eines Motivationsschreibens. „Viele Studierende wenden sich an mich und meinen: ,Ich habe noch nichts gemacht, was mich qualifizieren könnte’. Da frage ich sie: ,Was hast Du denn letzten Samstag um 15 Uhr getrieben?’“, erzählt Strübig. So fänden sie gemeinsam heraus, welche Qualifikationen die Studenten auszeichnen.

Wilhelm Strübig von der Initiative „Arbeiterkind“ verteilt Flyer im Foyer der Zentralmensa. Quelle: Anja Semonjek

„Ehrenamtliches Engagement zahlt sich aus“

Es gibt unterschiedliche Stipendien, die auf unterschiedliche Studenten zugeschnitten sind. Stipendienberater Seibert sagt: „Viele Studenten denken, sie müssten der absolute Überflieger sein für ein Stipendium und ein aalglattes Zeugnis vorzeigen“. Das sei nicht der Fall: Oft seien andere Referenzen, wie ein ehrenamtliches Engagement, wichtiger als die Noten.

Parteinahe Stiftungen – mit jeder Partei ist eine Stiftung assoziiert – waren auf der heutigen Messe vertreten. Jannik Bönsch informierte Interessierte über die Friedrich-Ebert-Stiftung, die mit der SPD assoziiert ist. Bönsch war in der Partei aktiv und bewarb sich zu Beginn seines Masters. Er betont, dass eine Mitgliedschaft in der Partei keine Voraussetzung für das Stipendium war. Über die finanzielle Unterstützung erzählt er: „Die Fördergelder hängen mit den Wahlergebnissen der Partei zusammen.“

Das muslimische und das christliche Förderwerk waren zudem vor Ort. Stipendiat Burak Baku verrät, er habe sich zu Beginn des Studiums beworben: „Vermutlich erhielt ich die Förderung, weil ich mich nach dem Abitur in Südafrika ein Jahr lang ehrenamtlich engagiert habe“, sagt Baku. Für alle Stipendien gilt: Es gibt eine finanzielle, aber auch eine ideelle Förderung. Die finanzielle sehe bei den meisten Förderungen ähnlich aus, so Baku: Meist orientiere sich diese an dem Bafög-Satz. Die ideelle Förderung variiere jedoch stark. Lea Stelljes und Gesa Wolter, Stipendiatinnen der „Stiftung der Deutschen Wirtschaft“ erzählen, dass sie Seminare besuchen oder selbst konzipieren können.

Burak Baku (2.v.r.) ist ein Stipendiat des muslimischen Förderwerks. Am Nebentisch beraten Stipendiaten des christlichen Förderwerks ihre Kommilitonen. Quelle: Anja Semonjek

„Bei der Suche nach einem Nebenjob wird unterstützt“

Maik Gronemann-Habenicht von der Agentur für Arbeit informiert an einem Stand über das kostenlose Job-Vermittlungsprogramm für Studierende: In seinem Büro im Foyer der Zentralmensa könnten sich die Studenten registrieren lassen. Dadurch bekämen sie sämtliche Stellenangebote per Mail oder Anruf weitergeleitet: Von einem längerfristigen Job in der Gastronomie bis zu einem Tagesjob sei alles dabei. „Wenn eine Privatperson zum Beispiel Hilfe bei dem Transport eines Sofas benötigt, teilen wir den Studenten diese Anfrage mit.“ Die Studenten müssten dann bloß flexibel und spontan antworten. „Jeder, der arbeiten will, sollte fündig werden“, sagt er.

„Förderung gibt es auch für Auslandsaufenthalte“

„Heutzutage gilt es als Standard, im Ausland Erfahrungen zu sammeln“, sagt Patricia Missler von der Stabstelle Göttingen International der Universität Göttingen. Auch sie informiert Studenten über Finanzierungsmöglichkeiten – für Aufenhalte im Ausland. Es gibt laut Missler vieles, was die Studenten ins Ausland verschlagen könne: ein Sprachkurs, der Besuch einer „Summer-“ oder „Winterschool“, ein Semester an einer ausländischen Universität oder ein Praktikum. Für jedes Angebot gebe es Stipendien oder Förderungen. Wichtig sei eine rechtzeitige Planung: Ein bis eineinhalb Jahre im Voraus sollten die Studenten den Aufenthalt planen. Ihrer Erfahrung nach sehen die Arbeitgeber es gerne, wenn die Erfahrungen im Ausland zusätzlich in einem akademischen Rahmen reflektiert werden: „Die Seminare im Interkulturellen Kompetenzzentrum bieten dazu Möglichkeit – dort wird über die kulturellen Erkenntnisse gesprochen“, sagt Missler.

Der Studienfinanzierungstag

Der Studienfinanzierungstag klärt die Göttinger Studenten einmal im Jahr im Foyer der Zentralmensa über Geldangelegenheiten auf: In diesem Jahr fiel er auf den 20. November. An 19 Ständen informierten Mitarbeiter der Universität, des Studentenwerks und einiger Banken die Studenten. Außerdem geben Studenten, die ein Stipendium erhalten, ihren Kommilitonen Auskunft über die jeweilige Stiftung.

Sjard Tankred Seibert von der Abteilung Studium und Lehre an der Universität Göttingen ist einer der Initiatoren der Messe. Ein Anliegen Seiberts ist es, die Studenten dazu zu ermutigen, sich für ein Stipendium zu bewerben: „Viele denken, sie müssten einen 1.0-er Schnitt haben. Dabei kommt es auf feste Notengrenzen nicht an, sondern auf die Frage: Was passt zu mir? Und: Was passt zu meinem weiteren Studienverlauf?“, erzählt Seibert.

Der Studienfinanzierungstag biete den Studenten laut Seibert eine „sehr gute Gelegenheit“ für den ersten Kontakt zu den Institutionen. Der könne auf anderen Wegen weitergeführt werden. Ansonsten biete die Zentrale Studienberatung allzeit Beratung an – unabhängig von der Messe.

Von Anja Semonjek

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