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Göttingen Menschen lernen positive Assoziationen am schnellsten
Campus Göttingen Menschen lernen positive Assoziationen am schnellsten
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14:03 09.01.2019
Probanden bei einer EEG-Testung Quelle: r
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Göttingen

Das teilt die Universität mit.

Viele Gegenstände und Menschen haben eine emotionale Bedeutung. Ein Paar Wollsocken zum Beispiel kann einen emotionalen Wert haben, wenn es das Letzte ist, was die Großmutter vor ihrem Tod gestrickt hat. Das gleiche gelte für Wörter. Der Name eines Fremden habe zunächst keinen emotionalen Wert, entwickele sich aber eine Liebesbeziehung, werde der gleiche Name „plötzlich positiv besetzt“.

Probanden lernen innerhalb weniger Stunden

Nach Angaben der Universität analysierten die Wissenschaftlerinnen vom Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen, wie Menschen neutrale Zeichen, Wörter und Gesichter mit emotionalen Wertigkeiten, auch Valenzen genannt, verbinden. Solche Verbindungen lernten Probanden innerhalb weniger Stunden über systematische Belohnungen und Verluste.

So erhalten sie beispielsweise immer dann Geld, wenn sie ein bestimmtes neutrales Wort sehen, sodass dieses Wort eine positive Assoziation erhalte. Alternativ verlieren sie immer dann Geld, wenn sie ein anderes Wort sehen, was zu einer negativen Verknüpfung führe. Die Studien zeigten, dass Menschen positive Assoziationen deutlich schneller lernten als neutrale oder negative Assoziationen. Etwas Positives werde also besonders schnell mit dem Gesicht einer Person oder einem Wort verknüpft.

Gehirn unterscheidet blitzschnell

Dr. Louisa Kulke Quelle: R

Mittels Elektroenzephalografie (EEG) untersuchten die Forscherinnen zudem, wie das Gehirn die verschiedenen Reize verarbeitet. Ob ein Bild oder Wort als positiv oder negativ empfunden wird, stelle das Gehirn meistens nach etwa 200 bis 300 Millisekunden fest. „Wörter, die mit Verlust assoziiert wurden, rufen bereits nach 100 Millisekunden spezifische neuronale Reaktionen im visuellen Kortex hervor“, sagt Dr. Louisa Kulke, Erstautorin der Studie. „Das Gehirn unterscheidet also blitzschnell, was für eine neu erlernte Bedeutung das Wort für uns hat, besonders wenn diese Bedeutung negativ ist.“

Dabei scheine es auch eine Rolle zu spielen, ob das Wort dem Probanden vorher bereits bekannt ist (wie „Stuhl“ oder „Baum“) oder ob es sich um ein frei erfundenes Wort handelt, das in der Sprache so gar nicht vorkommt (wie „napo“ oder „foti“). Was wir mit einem Wort verbinden, hänge somit auch damit zusammen, welche bestehende semantische Bedeutung es hat.

Von Nora Garben / R

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