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Göttingen Forscher des MPS in Göttingen an Nasa-Mars-Mission beteiligt
Campus Göttingen Forscher des MPS in Göttingen an Nasa-Mars-Mission beteiligt
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17:00 24.04.2019
Geschützt durch eine Haube, die den Einfluss von Wind und Temperaturschwankungen mindert, lauscht SEIS auf der Oberfläche nach Marsbeben. Quelle: NASA/JPL-Caltech
Göttingen

Hauptziel des Seis-Teams sei, Aufschlüsse über den inneren Aufbau des Mars zu erhalten. Zu der Erschütterung sei es am 6. April gekommen: „Sie war deutlich schwächer als typische Beben auf der Erde“, so Birgit Krummheuer vom Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des MPS.

Aufklärung erwarten die Wissenschaftler, zu denen auch Forscher des MPS zählen, „aus der Art und Weise, wie sich seismische Wellen auf dem Mars ausbreiten“. Insight war am 26. November vergangenen Jahres auf dem Nachbarplaneten gelandet. „Keiner Marsmission zuvor ist es gelungen, aussagekräftige seismische Daten zu sammeln“, betont Krummheuer.

Enorme Empfindlichkeit des Seismometers

Die seismische Aktivität des Mars sei im vergleich mit der Erde minimal. Hier hätten die meisten Beben ihren Ursprung in der Erdkruste: Tektonische Platten verschieben sich gegeneinander und bauen so Spannung auf, die sich in Beben entladen. Der Mars bestehe aus einer einzelnen tektonischen Platte.

Die Wissenschaftler vermuteten, „dass das Abkühlen des Planeten die wenigen schwachen Marsbeben auslöst. Die Anforderungen an die Empfindlichkeit des Seismometers SEIS sind deshalb enorm: Das Instrument ist in der Lage, Erschütterungen aufzuzeichnen, welche die Marsoberfläche lediglich um die Dicke eines Wasserstoffatoms auslenken“, so Krummheuer.

Vier Erschütterungen seit Februar registriert

Vier Erschütterungen habe „SEIS“ seit seiner Inbetriebnahme im Februar aufgezeichnet. Während die Ursache des ersten Signals und der letzten beiden noch unklar sei, spreche einiges dafür, dass das Ereignis vom 6. April seinen Ursprung im Innern des Planeten gehabt habe. „Das Marsbeben war dennoch so schwach, dass man es auf der Erde nicht bemerkt hätte“, erklärt Ulrich Christensen, Direktor am MPS und Mitglied des „SEIS“-Teams.

Auf der Erde sorgten die Meeresbrandung, menschliche Aktivitäten und das Wetter für ein ständiges seismisches Hintergrundrauschen. „Dieses hätte ein Beben von der Größenordnung der jetzt registrierten Marserschütterung völlig überdeckt.“

Informationen über den genauen Aufbau des Mars

In den kommenden Wochen wollen die Forscher der genauen Ursache des Marsbebens weiter nachgehen. „Es steht zu befürchten, dass das Beben zu schwach war, um daraus belastbare Informationen über den inneren Aufbau des Mars abzuleiten“, so John-Robert Scholz, ebenfalls „SEIS-Wissenschaftler“ am MPS. Während es „als gesichert gilt“, dass der Mars wie die Erde eine innere Schichtstruktur aus Kern, Mantel und Kruste aufweist, seien die exakte Zusammensetzung und Dicke dieser Schichten noch Gegenstand der Forschung.

„Die InSight-Mission steht noch ganz am Anfang. Wir sind hoffnungsfroh, in den nächsten Wochen und Monaten auch stärkere Beben mitzuerleben“, so Christensen.

Göttinger Max-Planck-Forscher haben Nivelliersystem entwickelt

„InSight“ ist eine Mission der amerikanischen Weltraumagentur Nasa. Die Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) geleitet. Das „InSight“-Seismometer wurde von einem Team unter Leitung der französischen Weltraumagentur CNES zur Verfügung gestellt. Die Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung haben das Nivelliersystem des Instruments entwickelt und gebaut. „Nach Ausbringen von SEIS auf die Marsoberfläche konnte das Instrument damit exakt waagerecht ausgerichtet werden. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für hochpräzise seismologische Messungen“, so Krummheuer.

Von Stefan Kirchhoff

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