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Göttingen 3,5 Millionen Jahre alte Lebensspuren nachgewiesen
Campus Göttingen 3,5 Millionen Jahre alte Lebensspuren nachgewiesen
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11:00 23.03.2018
Dr. Jan-Peter Duda, Erstautor der Studie, gehört zu den Göttinger Geobiologen, die in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen aus Westaustralien die ältesten molekularen Fossilien der Erde gefunden haben.
Dr. Jan-Peter Duda, Erstautor der Studie, gehört zu den Göttinger Geobiologen, die in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen aus Westaustralien die ältesten molekularen Fossilien der Erde gefunden haben. Quelle: r
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Damit haben die Göttinger Wissenschaftler nach eigenen Angaben die bislang ältesten Spuren des Lebens auf der Erde gefunden. Die Geobiologen haben mit modernen analytischen Verfahren organische Verbindungen aus 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen vom australischen Pilbara-Kraton isoliert. „Diese Verbindungen weisen unter anderem für Bakterien typische Kettenlängen auf und stellen molekulare Fossilien dieser Lebensformen dar“, erläutert Dr. Jan-Peter Duda, Erstautor der Studie. „Es handelt sich somit um den ältesten direkten Nachweis mikrobiellen Lebens auf der Erde und wirft neues Licht auf die Entstehung und früheste Entwicklung von Leben auf der Erde.“

Die wenigsten Lebensformen der Erdgeschichte seien in Form von sichtbaren Fossilien erhalten, teilt die Uni mit. Denn die Bildung von Hartteilen wie Knochen oder Schalen sei eine vergleichsweise junge evolutionäre Entwicklung. Zudem verwischen geologische Prozesse wie zum Beispiel Gebirgsbildungen in Gesteinen enthaltene Spuren des Lebens. Da alle bekannten Lebensformen auf Kohlenstoff basieren, können in Gesteinen erhaltene organische Verbindungen – wie sie nun auch in den 3,5 Milliarden Jahren alte Gesteinen gefunden wurden – als weiterer Nachweis für die Existenz von Leben dienen. Diese molekularen Fossilien sind insbesondere für die früheste Erdgeschichte wichtig, da hier Lebensformen aufgrund ihrer mikroskopischen Größe und dem Fehlen mineralisierter Hartteile extrem geringe Überlieferungspotenziale aufweisen.

Von Hannah Scheiwe

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