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Göttingen Leben im All? Forscher aus Göttingen entdecken zwei neue erdähnliche Planeten
Campus Göttingen Leben im All? Forscher aus Göttingen entdecken zwei neue erdähnliche Planeten
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00:24 22.06.2019
Teegardens Stern und seine beiden Planeten, im Hintergrund unser Sonnensystem. Quelle: r
Göttingen

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat zwei neue erdähnliche Planeten bei einem unserer nächsten Nachbarsterne entdeckt. „,Teegardens Stern’ ist nur etwa 12,5 Lichtjahre von der Erde entfernt und gehört zu den kleinsten Sternen, die es gibt“, so beschreiben es die Forscher in ihrer Pressemitteilung.

Er sei nur rund 2700 °C warm und etwa zehnmal leichter als die Sonne. Obwohl er uns so nahe sei, wurde der Stern erst 2003 entdeckt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten den Stern rund drei Jahre lang beobachtet. Ihre Daten zeigten eindeutig die Existenz zweier Planeten.

Nur wenig schwerer als die Erde und in der bewohnbaren Zone

„Die beiden Planeten gleichen den inneren Planeten unseres Sonnensystems“, erläutert Mathias Zechmeister vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, Hauptautor der Studie. „Sie sind nur wenig schwerer als die Erde und befinden sich in der sogenannten bewohnbaren Zone, wo Wasser in flüssiger Form vorhanden sein kann.“

Die Astronomen vermuten, dass die beiden Planeten Teil eines größeren Systems sein könnten. „Viele Sterne sind offenbar von Systemen mit mehreren Planeten umgeben“, erklärt Co-Autor Prof. Stefan Dreizler von der Universität Göttingen.

Die beiden nun entdeckten Planeten liegen in der bewohnbaren Zone um Teegardens Stern. Quelle: r

Teegardens Stern ist der kleinste Stern, bei dem bisher das Gewicht eines Planeten direkt gemessen werden konnte. „Dieser Fund ist ein großer Erfolg des Carmenes-Projekts, das speziell für die Suche nach Planeten um die leichtesten Sterne geplant wurde“, so Prof. Ansgar Reiners von der Universität Göttingen, einer der wissenschaftlichen Leiter des Projekts. Planetensysteme um ähnliche Sterne seien zwar bekannt, wurden aber bisher immer mit der Transitmethode nachgewiesen. Dafür müssten die Planeten für uns sichtbar vor dem Stern vorbeiziehen und ihn für einen Moment verdunkeln, was nur bei einem sehr geringen Bruchteil aller Planetensysteme passiert.

Planeten des Sonnensystems ziehen vor Sonne vorbei

Bei den neuen Planeten wurden solche Transits bisher nicht gefunden. Dafür befände sich das System aber an einer besonderen Stelle am Himmel: Von Teegardens Stern aus kann man die Planeten des Sonnensystems vor der Sonne vorbeiziehen sehen. „Ein Bewohner der neuen Planeten hätte demnach die Möglichkeit, die Erde mit der Transitmethode zu betrachten“, so Reiners.

Transit der Himmelskörper unseres Sonnensystems von Teegardens Stern aus gesehen. Quelle: r

Im Projekt Carmenes suchen deutsche und spanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit 2016 nach Planeten um Sterne in der Sonnenumgebung. Die nun entdeckten Planeten sind der zehnte und elfte des Teams. Carmenes ist ein Projekt der Universitäten Göttingen, Hamburg und Heidelberg, des Max-Planck-Instituts für Astronomie Heidelberg, der Thüringer Landessternwarte, der spanischen Institute Consejo Superior de Investigaciones Científicas in Barcelona, Granada und Madrid, der Universität Madrid, des Instituto de Astrofísica de Canarias und des Calar-Alto-Observatoriums.

Von Lea Lang / r

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